Input für die Breite und die Spitze: U17-Torwartnationaltrainer Marius Fisterer im Interview

Berlin – Wenn sich am kommenden Wochenende, 15. bis 17. Oktober, die deutsche U17-Nationalmannschaft zum ersten Entwicklungslehrgang ihrer neuen Kampagne in Berlin trifft, ist Dominik Fellner aus Landsberg, Spieler der Red Hocks Kaufering, Teil des vierköpfigen Goalie-Aufgebots. Verantwortlich für Deutschlands hoffnungsvollste Schlussmänner dieser Altersklasse ist ein weiterer Bayer: Marius Fisterer bringt sich als Torwartbundestrainer ein.

Fisterer ist Teil des neuen U17-Stabs um Headcoach Kevin Kapfer, der Ende Juli mit einem Sichtungstermin seinen Einstand gab. Wenngleich der Sprung von bayerischer auf Bundesebene eine große persönliche Chance sei – wie Kapfer war Fisterer zuvor Trainer des Landeskaders – ändere sich an seiner eigentlichen Arbeit nicht viel, fasst der Torhüter-Fachmann seine Eindrücke zusammen. „Ich bin jetzt eben nicht mehr für die Ausbildung im Süden, sondern deutschlandweit zuständig.“

U17-Torwartnationaltrainer Marius Fisterer. (Foto: FD)

Seine Ziele: „Torhüter auf ein höheres Niveau heranführen, sie in ihrer Entwicklung begleiten, die Torhüterausbildung in Deutschland verbessern.“ Dazu gehörte, die durch den eigenen Abgang entstandene Lücke im bayerischen U15-Landeskader zu schließen. Mit Johannes Schönmeier sei das gelungen, freut sich Fisterer. Er wolle sich beim Floorball Verband Bayern für tolle gemeinsame Jahre bedanken. Die Zusammenarbeit bleibe eng, denn es gehe auch für den Süden darum, auf erzielten Fortschritten weiter aufzubauen.

Die eine Säule stelle dabei der Verband: Landeskader in den Klassen U15 sowie U17 männlich und U17 weiblich erachtet Fisterer als wichtiges Element, um Talente an die Nationalmannschaften heranzuführen. „Das gibt uns die Möglichkeit, schon früh mit den Spielern zu arbeiten.“ Zweite wichtige Säule sei das Torwarttraining im Verein. „Teilweise werden leider noch immer die Torhüter im Mannschaftstraining vernachlässigt“, bedauert Fisterer.

Wichtige Grundlagen

Dabei werden auch hier jene Grundlagen geschult, die bei der Selektion der Nationaltorhüter entscheiden: Grundposition, Fangtechnik, Fangquote, Verschiebetechnik und Auftreten der Goalies seien ihm wichtig, zählt er auf.

Dominik Fellner, Torwart der Red Hocks Kaufering sowie der bayerischen Landesauswahl, hat es im Rahmen dieser jüngsten Nationalmannschaftssichtung geschafft: Er erhielt die Einladung zum Entwicklungslehrgang in Berlin. Weil 2020 und 2021 die Deutschen Meisterschaften Corona-bedingt ausfielen, habe er vorab nicht genau gewusst, wo er im nationalen Vergleich steht, schildert der 14-Jährige. Umso größer war die Freude darüber, dass die Sichtung „sehr gut lief“ und die erneute Berufung folgte.

Seine Aufgaben zwischen den Pfosten beschreibt Fellner so: „Als Goalie muss man das ganze Spiel durchgehend konzentriert sein, die Feldspieler haben aufgrund der Wechsel immer kurze Pausen.“ Mentale Stärke sei wichtig und, dass man sich selbst nach einem Gegentor wieder aufbaut – anders als Fehler von Feldspielern sind jene eines Torwarts schließlich schwerer auszubügeln. Vor allem in engen und wichtigen Spielen sei der Umgang mit Druck ein wichtiger Aspekt. „Außerdem hat der Goalie teilweise Verantwortung dafür, dass die Abwehr richtig steht, er kommuniziert viel, gibt Anweisungen und kann mit einem guten Auswurf Umschaltsituationen einleiten.“

Dreimal pro Woche trainiert Fellner das in den Teamtrainings der Kauferinger U15 beziehungsweise U17; außerdem bieten die Red Hocks zwei Goalietrainings pro Woche – eines für die Kleineren, eines für die Größeren – sowie zwei morgendliche Skilltrainings an. Zuhause arbeitet Fellner mit Jonglieren an seinen Fertigkeiten, an Wochenenden erlegt er sich ein Workout auf – auch in Hinblick auf die Physistests des Landeskaders und der Nationalmannschaft.

Für den U17-Lehrgang in Berlin berufen sind auch die bayerischen Feldspieler Ferdinand Reichenberger (Kaufering) und Arthur Sobe (FC Stern München). Ein U19-Aufgebot erhielten Paul Stempfle (Wikinger München; Torwart), Lovis Sturm, Luis Rüger (beide FC Stern München), Jonas Fellner und Daniel Wipfler (beide Red Hocks Kaufering) sowie Henrik Von Wangenheims Bruder Jacob (früher FC Stern, jetzt GC Unihockey).

Beitragsfoto: Privat

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