Sportfachverband des BLSV
Floorball Verband Bayern e.V.

Anträge auf der Delegiertenversammlung: Das ändert sich 2026/27

Bayern – Vorab hatten sich mehrere Vereine Gedanken gemacht, am zweiten Maisamstag stand dann eine Vielzahl an Anträgen auf der Tagesordnung der Delegiertenversammlung. Manche stießen auf Gegenliebe, manche nicht – und einige konnten nicht abschließend erörtert werden, weil übergeordnete Vorgaben dagegen sprechen.

 

Nicht zur Abstimmung kamen Vorschläge, die mit dem Regelwerk kollidieren. Die Abschaffung des Golden Goals in der Verlängerung scheiterte ebenso daran, wie das Aussetzen einer Technischen Matchstrafe bei nicht notierten Jugendspielern.

 

Dass die Scorerwertung in jüngeren Altersklassen abgeschafft gehört, dazu bestand große Einigkeit. Diese Regelung ist längst beschlossen – doch nach wie vor scheitere es an der technischen Umsetzbarkeit im Saisonmanager, bemängelte SBK-Leiterin Barbara Brandmaier.

 

Süddeutsche Meisterschaften, dritte Liga, Vier-gegen-vier

 

In die Abstimmung mit dem Floorball Verband Baden-Württemberg will Floorball Bayern zu zwei Themen zeitnah gehen: Zum einen ist das erklärte Ziel, Süddeutsche Meisterschaften für U9 und U11 auszurichten, sobald diese Altersklassen im benachbarten Landesverband einen Spielbetrieb vorfinden. Zudem sollen alle süddeutschen Meisterschaften nach dem bayerischen Willen dahingehend reformiert werden, dass nicht im Jeder-gegen-jeden gespielt wird, sondern die Plätze mittels Halbfinale, Bronze-Match und Finale ermittelt werden. Eine Kommission soll sich zudem zeitnah der Frage annehmen, ob durch einen länderübergreifenden Wettbewerb die Regionalliga der Herren auf dem Großfeld als gemeinsame dritte Liga und darunter Landesligen nach geografischer Einteilung ausgetragen werden können. Die Idee im entsprechenden Antrag: höhere sportliche Attraktivität in der dritthöchsten Spielklasse, ein niederschwelligerer Einstieg darunter.

 

Der Vorstoß, im jüngeren Nachwuchs wie U9 und U11 künftig im Vier-gegen-vier plus Goalies zu spielen, fand einige Befürworter. Hierfür müsse aber Floorball Deutschland, nicht Floorball Bayern den entsprechenden Rahmen schaffen, lautete der Tenor. Ein entsprechendes Ansinnen soll dort vorgebracht werden. Zurückgezogen wurde der Antrag, künftig weg von den klassischen Spieltagen hin zu offeneren Turnierformen zu schwenken.

 

In der U7 und der U9 wurde das Penaltyschießen abgeschafft, bei der U11 bleibt es bestehen.

 

Einführung der „Mercy-Rule“

 

Ausgiebig diskutiert wurde vor dem Hintergrund teils überdeutlicher Ergebnisse im Jugendbereich die Ausgestaltung einer sogenannten Mercy-Rule. Nach einigem Drehen und Wenden fand folgendes Vorgehen eine Mehrheit: Ab einem Spielstand von 20 Toren Differenz auf dem Kleinfeld beziehungsweise 15 Toren auf dem Großfeld werden die weiteren Treffer zwar auf der Anzeigetafel gezählt, der Spielbericht wird ab diesem Zeitpunkt jedoch eingefroren; die Zeit läuft derweil ununterbrochen weiter.

 

Die Spieldauer in der U19-Großfeldliga wird aber der Saison 2026/27 angepasst: Sie wird auf drei Drittel à 15 Minuten reduziert. Bisher waren es Abschnitte von je 20 Minuten – bei zwei Spielen pro Tag.

 

Ebenfalls einen Arbeitsauftrag gab die Versammlung ihrem Landesverband in Sachen Saisonmanager mit. So soll nach Willen der Vereine, insofern die technischen Möglichkeiten vor Ort vorhanden sind, künftig auf das Ausfüllen der Spielberichtsbögen im Papierformat verzichtet werden können und nur noch eine digitale Eintragung ausreichen. Aktuell muss beides erfolgen. An Bayerns Vorstand ist es nun, die technischen Voraussetzungen mit Floorball Deutschland zu diskutieren.

 

Schiedsrichter: Ausbilder, Kurse, Ansetzungen

 

Auch ums Schiedsrichterwesen kreisten einige Diskussionen. So soll gemäß einstimmiger Meinung der Delegierten ein Schiedsrichterausbilderkurs nach Bayern kommen. Dazu, dass es mehr Schiedsrichterausbilder braucht, herrschte Einigkeit. Wenn diese aber in alle Ecken Deutschlands müssen, um die dafür notwendigen Kurse zu belegen, werde es schwierig. „Es braucht einen Kurs in Bayern, um endlich diesem Thema entgegenzuwirken, dass wir zu wenig Ausbilder zur Verfügung haben“, hieß es in der Begründung zum Antrag. Der Vorstand sucht diesbezüglich den Kontakt zu Floorball Deutschland. Ein weiterer Antrag, dass jeder Verein einen Schiedsrichterausbilder stellen muss, wurde nach ergiebiger Diskussion zunächst zurückgezogen. F-Kurse sollen überdies in Bayern künftig verstärkt online sowie J-Kurse in Form von Praxisterminen stattfinden können.

 

Im Bereich Schiedsrichterwesen bleibt die Ansetzungspraxis wie bisher. Ebenso in die eine oder andere Richtung unangetastet bleiben die Schiedsrichterkosten. Einen F-Kurs in Bayern soll künftig belegen können, wer im Vorjahr einen G-Kurs absolviert und zwei Spiele als Referee geleitet hat.

 

Nachholbedarf wurde im Bereich Schulsport erkannt. Um hier positive Entwicklungen anzuschieben, sollen durch die Vereine Stadtmeisterschaften und landesweite Schulsport‑Cups ins Leben gerufen werden.

 

Foto: Finkenzeller

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