Achter Spieltag in der Regionalliga: Bayerischer Meister Kaufering

Raubling – Zwei Spiele, zwei Aufholjagden – eine erfolgreich, eine nicht. Während Nürnberg gegen Rohrdorf einen 4:1-Rückstand in einen 6:7-Erfolg umbiegt und sich damit endgültig im Rennen um die Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft zurückmeldet, muss Kaufering gegen Augsburg trotz einer zwischenzeitlichen 5:1-Führung noch um seinen Sieg zittern. Doch es gelingt, mit 6:4 sichert sich die Reserve der Red Hocks vorzeitig den Titel des bayerischen Meisters in der Großfeld-Regionalliga.

TV Augsburg vs. RedHocks Kaufering 2

Das Momentum, schwierig festzuhalten und noch schwieriger zu beschreiben, es spielt in den Rückblicken beider Seiten eine wichtige Rolle. Anfangs lag es klar beim TVA, schildert Kauferings Angreifer Johannes Föhr. Ein sehr glatter Boden in Raubling, ein körperlich zupackender Gegner – das Auftaktdrittel schmeckte seinen Red Hocks überhaupt nicht. Dabei fiel den Augsburgern ihr guter Start alles andere als in den Schoß: „Zwei Wochen zuvor hatte unsere halbe Mannschaft Corona“, so Spielertrainer Daniel Nustedt. Dazu kam die frühe Anstoßzeit, um 9 Uhr schritten beide Teams zum ersten Bully.

Mit 1:0 ging der erste Durchgang in diesem Schlüsselspiel um die Meisterschaft an Augsburg. „Sehr sehr gut“ sei sein Team zu Werke gegangen, lobt Torschütze Nustedt. „Wir haben wenig zugelassen, gut nach vorne kombiniert und hätten vielleicht ein, zwei Tore mehr machen können.“

Die beiden Spieler des Spiels: Kauferings Captain Lukas Wexenberger (links) und Augsburgs Spielertrainer Daniel Nustedt (rechts). Foto: FVB

Kaufering begab sich in der Kabine auf die Suche nach „dem Schlüssel zum Spiel“, beschreibt Föhr – und fand ihn. Lukas Wexenberger (22.), Sebastian Falkenberger (24.) und Föhr (24.) brauchten nur knappe eineinhalb Minuten, um auf 1:3 zu stellen. „Wir haben unsere Chancen genutzt, das Momentum auf unsere Seite gezogen“, fasst Föhr zusammen, während Nustedt hadert: Die langen Bälle, die die Red Hocks da vors Tor spielten und clever verwerteten, seien kein überraschendes Mittel für die Augsburger Hintermannschaft gewesen. „Es ist schwer zu erklären, wir haben uns zu viele Abstimmungsfehler geleistet.“ Justus Kochsiek (28.) und erneut Sebastian Falkenberger (37.) legten sogar noch nach.

„Alles reinwerfen, das Spiel mit einem guten Gefühl beenden“, lautete fortan die Augsburger Devise. Das klappte, ein Doppelschlag durch Oliver Beer (43.) und Nustedt (44.) sowie eine Kauferinger Strafe (48.) gaben der Partie einen neuerlichen Dreh. Nustedt nutzte das Powerplay (49.), die Partie und damit das Titelrennen waren wieder offen. „Nochmal ein Wechsel im Momentum“, bringt es Nustedt auf den Punkt.

„Es hätte nicht so spannend sein müssen“, schnauft Föhr nach dieser „verpennten“ Phase durch. Dafür, dass seinen Red Hocks der Sieg nicht mehr entglitt, sorgte der Treffer Noah Golds zwei Minuten vor Schluss. Kaufering löste das Ticket zur Süddeutschen Meisterschaft – dass dieser Sonntag auch die bayerische Meisterschaft entscheiden sollte, war aber erst rund zweieinhalb Stunden später klar. Durch einen Nürnberger 7:6-Sieg über Rohrdorf ist den Red Hocks der Titel nicht mehr zu nehmen.

Lumberjacks Rohrdorf vs. NUT’s 04 Nürnberg

Weiter voll entbrannt ist derweil das Rennen um den zweiten Platz, der ebenfalls zum Start bei der Süddeutschen berechtigt. Doch die Vorzeichen haben sich geändert: Lange in der Außenseiterrolle, haben sich die NUT’s 04 eine günstige Ausgangsposition zurückerobert. Rohrdorf ist nun jenes Team, das am abhängigsten von den Ergebnissen der Konkurrenten ist.

Die beiden Besten ihrer Teams: Nürnbergs Mann für die wichtigen Tore Simon Neugebauer (rechts) und Rohrdorfs Florian Faltermeier (links).

So brisant das direkte Duell, so dünn die Personaldecke beider Teams. Sieben Feldspieler boten die Nürnberger auf, dazu Aushilfstorwart Matthias Germscheid zwischen den Pfosten. Ähnlich das Bild auf der Gegenseite: „Zwei Goalies, sieben fitte Feldspieler und zwei, die sich in den Dienst der Mannschaft stellten, um vereinzelte Schnaufpausen zu ermöglichen“, schildert Spielertrainer Kilian Tiefenthaler, der selbst nur hinter der Rohrdorfer Bande mitwirken konnte.

Ein ruhiger Spielaufbau, dennoch viele Abschlüsse – diese Vorgehensweise hatten sich die  Lumberjacks verordnet und damit anfangs großen Erfolg: Sandro Padula (7.), Simon Brunner (10.) und 13 Sekunden später Maria Sick (10.) schossen eine 3:0-Führung heraus. Ein Nürnberger Powerplaytor durch Joshua Platten (19.) beantwortete Maria Sick noch in derselben Minute.

Den dann folgenden Mittelabschnitt bezeichnet Tiefenthaler aber als „desaströs“. Nach nicht einmal vier Minuten schien es, als drehten die NUTs die Partie im Eildurchgang. Tomas Chaloupek (23.), Jonas Mumperow (24.) – Anschluss. Zwar änderte sich am Spielstand bis zur nächsten Pause nichts mehr, doch war die komfortable Ausgangslage verloren; seine Lumberjacks hatten die Kontrolle abgegeben und ließen sich fortan in einen Schlagabtausch verwickeln, schildert Tiefenthaler.

Keine zwei Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da glich Neugebauer aus. Nach der ersten Nürnberger Führung durch Moritz Schewe (52.) kämpften sich die Gastgeber durch Simon Behringer (54.) und ein Eigentor (55.) nochmals zurück. Ein Neugebauer-Treffer fünf Sekunden vor Ablauf einer Rohrdorfer Strafe und ein Tor Schewes 40 Sekunden vor Schluss stellten allerdings den Endstand her. „Bitter“, bedauert Tiefenthaler, „aufgrund unserer mangelnder Chancenverwertung und individueller Fehler aber gerechtfertigt.“

Kommenden Samstag in München geht es für seine Lumberjacks darum, sich mit einem Sieg über die zweite Mannschaft des FC Stern die Aussichten auf die Süddeutsche Meisterschaft zu wahren, zuvor trifft Nürnberg auf die Reserve der Red Hocks.

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