Sportfachverband des BLSV
Floorball Verband Bayern e.V.

2. FBL: So lief das bayerische Wochenende (Spieltag 13)

Bayern – Unerwartet viel Mühe hatte Spitzenreiter FBC München zwar beim UHC Döbeln, dank eines 5:6-Auswärtssiegs ist die Tabellenführung aber weiterhin an der Isar daheim. Den zweitplatzierten Red Hocks Kaufering ist mit einem 3:7-Erfolgs bei Verfolger Quedlinburg ein großer Schritt in Richtung Playoffs geglückt. Deutlich teurer verkauft als bei der Hinspielklatsche haben sich die Schanzer Ducks des ESV Ingolstadt mit einem 4:6 gegen die Saalebiber des USV Halle.

 

UHC Döbeln vs. FBC München

 

Beim letzten Aufeinandertreffen hatte der UHC Döbeln noch versucht das eigene Tor zu verrammeln – in Ermangelung defensiver Stabilität und auch offensiver Durchschlagskraft aber eine 13:2-Klatsche in München kassiert. In der Gastgeberrolle traten die Sachen nun ganz anders auf – deutlich emotionaler und im Mann-Mann-Duell auf dem ganzen Feld. „Sie waren motiviert bis in die Haarspitzen und sind zu Werke gegangen, als wäre es das letzte Spiel ihres Lebens“, schildert FBC-Coach Fredrik Ekvall.

 

Zwar brachten Yannik Zölzer (3.) und Imo Ziemendorf (8.) den Tabellenführer beim Kellerkind rasch in Führung, nach Lukas Müllers Anschluss (10.) und dem 1:3 durch Arthur Sobe (12.) glich Döbeln aber noch vor der Pause aus – erneut Müller (16.) und Edwin Rudolph (19.) überwanden Münchens Schlussmann Paul Stempfle (Beitragsfoto: Jonas Wernthaler). „Sie ware ein bisschen hungriger als wird“, räumt Ekvall mit Verweis darauf ein, dass zwei der drei Gegentore nach Abprallern fielen.

 

Die Kurve habe sein Team dann im zweiten Durchgang bekommen, lobt der FBC-Coach – wenngleich der Spielstand das noch nicht zu belegen vermochte. Durch David Treschau (33.) legte Döbeln sogar vor. Dennoch: „Wir haben den Ball gut bewegt und sind zu Chancen gekommen“, sah Ekvall die wichtigsten Leitplanken gesetzt. Dessen unbenommen habe es die emsige UHC-Defensive jedoch im Verbund mit ihrem guten Torwart Kevin Thoß verstanden, die Münchener so unter Druck zu setzen, dass Tore ausblieben.

 

Bekam der FBC im bisherigen Saisonverlauf schon das ein oder andere Mal die Flatter, so blieben die bayerischen Landeshauptstädter diesmal ruhig. Vor allem bei ruhenden Bällen zeigte man sich nun gedankenschneller als der Gegner. Binnen knapp sechs Minuten stellten Tim-Volkan Adolphs (43.), Kai Finkenwirth (44.) und Sebastian Unterberger (49.) die Zeichen auf Sieg. Döbeln verkürzte noch durch einen Müller-Sahneabschluss aus der Halbposition, dann aber war Schluss. „Ein verdienter Sieg“, ist Ekvall zufrieden.

 

TSG Füchse Quedlinburg vs. VfL Red Hocks Kaufering

 

Bis in den Schlussdurchgang hinein stand das Spiel auf Messers Schneide. „Wären wir da noch in Rückstand geraten, hätten wir schon ein Brett zu bohren gehabt“, schnauft Kauferings Co-Trainer Rasso Schorer durch. Denn bis dahin war es den Füchsen, die ohne ihre Scharfschützen Tom Fiedler und Sebastian Mennigke sowie Ex-Nationalverteidiger Ramon Ibold auskommen mussten, gelungen, die Partie weitgehend offen zu halten. „Das letzte Quäntchen Durchschlagskraft hat ihnen gefehlt, trotzdem war es anspruchsvoll für uns, weil sie das Spiel sehr zäh gemacht haben, uns dann bei Ballverlusten ruckzuck aber auch kleine Fehler direkt um die Ohren geflogen sind“, fasst Schorer zusammen.

 

In einem eher chancenarmen ersten Drittel mündete einer dieser schnörkellosen Quedlinburger Angriffe in einen Penalty, den Gary Blume zur Führung für die Gastgeber nutzte (6.). Kaufering suchte immer wieder vergebens Freiräume, kam dann aber nach einem Freischlag zum Ausgleich, als Joe Föhr aus der Distanz eine Lücke zwischen den Hosenträgern von Füchse-Goalie Tobias Schröder fand.

 

Im zweiten Durchgang gelang es den Red Hocks dann besser, ihr Plus an Ballbesitz auch in Spielkontrolle umzumünzen – zumindest zunächst. Erst legte Kauferings erste Reihe nach einer flotten Kombination durch Tobias Hutter vor (32.), dann stand Gregor Denk nach einem Abpraller richtig (34.). Dass Aryan Oswald (36.) und Jannis Wittchen (40.) wieder ausglichen, verdeutlichte allerdings: zurücklehnen verboten. Beide Situationen hatten die Red Hocks nicht entschieden genug bereinigen können. Auch zuvor schon war noch der ein oder andere gefährliche Konter auf Torwart Raphael Landherr zugerollt.

 

Nachdem Calli Rieß eine clevere Passstafette zur erneuten Führung nutzte (45.), wackelte diese kurz in Unterzahl. Wieder in Vollbesetzung seines Teams, nahm dann aber Verteidiger Raphael Heinzelmann das Heft in die Hand. Nachdem er zuvor schon zwei Vorlagen gesammelt hatte, kamen nun noch zwei Treffer hinzu. Einmal im Vorwärtsgang entscheidend durchgesetzt, einmal nach einem Querschläger mit dem richtigen Riecher (49., 52.) – die Red Hocks lagen kurz vor dem Schlussspurt 6:3 vorne.

 

Die Füchse nahmen zwar noch ihren Schlussmann zugunsten eines weiteren Angreifers vom Feld, viel Zwingendes kam dabei aber nicht herum. Mit einem Schuss ins leere Tor machte Ferdinand Reichenberger nach einer Goalie-Vorlage von Landherr den Endstand fix.

 

Mit zwei Vorlagen und zwei ganz wichtigen Toren im Schlussdrittel hatte Verteidiger Raphael Heinzelmann entscheidenden Anteil am 7:3-Sieg seiner Red Hocks bei Verfolger Quedlinburg. (Foto: Archiv/Finkenzeller)

 

ESV Ingolstadt Schanzer Ducks vs. USV Saalebiber Halle

 

Schon vor Anpfiff fiel einige Defensivpower aus: Ingolstadt hatte seinen Offensivmotor Michael Bachmann zu ersetzen, auf Seiten der Saalebiber musste Ligatopscorer Jonas Knofe auf seinen kongenialen Partner Janosch Fuchs verzichten.

 

Wurden die Ducks im Hinspiel schon in den ersten Minuten arg gerupft, gelang der Start nun besser. Auch von den damals kassierten 19 Gegentoren hielten sich die Schanzer meilenweit entfernt. „Wir wollten gut reinstarten, haben viel Druck erwartet und haben uns vorgenommen, das schnelle Querpassspiel der Saalebiber zu unterbinden“, fasst Ingolstadts Coach Johannes Schönmeier zusammen.

 

Auf Simon Demmels Treffer (6.) folgte sogar noch das Premierentor von Nachwuchstalent Finn Czirmaz (10.). Das 2:2 zur Pause – Nils Oheim egalisierte für Halle (10., 19.) – sei leistungsgerecht gewesen, freut sicht Schönmeier. Danach aber sei seinem Team der Zugriff in der Mitte etwas abhanden gekommen, sodass die Gäste besser zu ihrem Spiel fanden. Linus Wächter (30.), ein Eigentor (31.) und Tim Oberländer vier Sekunden vor der zweiten Pausensirene bestraften das; für Ingolstadt hielt Demmel (40.) dagegen. „Das 2:4 wurde durch einen unglücklichen Abfälscher von unserem zurücksprintenden Stürmer ins eigene Tor abgelenkt; beim 3:5 waren wir gedanklich schon in der Pause und konnten den abgefälschten Schuss ins Tor nicht mehr verhindern“, sah der ESV Coach auch Pech im Spiel – und eine mangelhafte Chancenverwertung seines eigenen Teams.

 

Offensiv glückte auch im Schlussdurchgang mit Ausnahme des Treffers zum 4:6-Endstand durch Julian Hitzler nicht mehr viel. Zuvor hatten die Ducks vier Minuten Powerplay liegen gelassen und Tim Oberländer für die Saalebiber getroffen (53.). „Es war bis zur letzten Sekunde ein couragierter Auftritt meiner Mannschaft, aus dem wir viel Positives mitnehmen können“, lobt Schönmeier. Ein bisserl mehr Ertrag wäre zwar freilich schon drin gewesen. Dennoch: Die Richtung stimme.

 

 

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