Sportfachverband des BLSV
Floorball Verband Bayern e.V.

2. FBL: So lief das bayerische Wochenende (Spieltag 10)

Bayern – Jetzt hat es also auch die Red Hocks erwischt: Zum Rückrundenstart unterlagen die Kauferinger nach Verlängerung mit 6:7 bei den Saalebibern in Halle. Zurück an der Tabellenspitze ist damit der FBC München, der seine Pflichtaufgabe bei der Rennsteig Avalanche nicht ganz holperfrei, aber mit 7:4 siegreich löste. Ein wichtiges Duell im Kampf um den Klassenerhalt hat derweil der ESV Ingolstadt verloren. Bei den Eisbären Juniors unterlagen die Schanzer Ducks mit 5:9.

 

USV Saalebiber Halle vs. VfL Red Hocks Kaufering

Zweimal hatten die Lechfloorballer in der bisherigen Saison in die Verlängerung gemusst, beide Male behielten sie die Oberhand. Doch in Halle kam es anders. Nach 79 Sekunden in der Overtime sicherte Fabian Baierl den Gastgebern den Zusatzpunkt.

 

Der vierte Treffer des Saalebiber-Kapitäns glich dabei den meisten Toren, die die Red Hocks schon bis dahin schlucken mussten. Stand die erste gegnerische Reihe auf dem Feld, fanden die Red Hocks viel zu selten den richtigen Zugriff. „Auch wenn wir wussten, was Halle vorhatte, konnten wir sie dieses Mal nicht aufhalten“, will Trainer Henrik Nordström sich nicht aus der Kritik nach dem Spiel herausnehmen.

 

Dabei war die Partie aus Kauferinger Sicht noch bilderbuchmäßig losgegangen. Nach gerade einmal 31 Sekunden knallte Calli Rieß den Ball in den Winkel, den er zuvor im Spielaufbau des USV abgefangen hatte. Lange Bestand hatte aber schon diese Führung nicht: Rund eine Minute später schlug ein Freischlag von Liga-Topscorer Jonas Knofe im kurzen Eck ein.

 

„Wir hatten einen harten Kampf erwartet und genau den haben wir bekommen“, fasst Nordström zusammen. Nachdem ein Distanzschuss Toni Lahtinens (12.) den Weg durch einiges an Gedränge ins Biber-Tor fand, stellte Baierl (14.) am Ende einer blitzsauberen Kombination auf 2:2, dann ging es in die Kabine.

 

Zurück auf dem Feld tappten die Red Hocks folgenreich in die gegnerische Pressingfalle – erstmals galt es sich nach Baierls nächstem Treffer (25.) eines Rückstands zu erwehren. Das klappte: Marco Tobisch glich nach einem schönen Lauf rasch aus (25.) und auch auf Baierls nächsten Streich, diesmal nach einem Abpraller aus kurzer Distanz (29.), fand Kaufering eine Antwort: Johannes Probst spielte Bruder Jeremias frei und der Youngster vollstreckte.

 

Im letzten Drittel schienen die Red Hocks zurück zu gewohnter Stabilität zu finden. Benedikt Föhrs Kontertreffer zum 5:4 (42.) war lange nicht in Gefahr und hätte im Powerplay gut und gerne noch ausgebaut werden können – doch es kam erneut anders: Ein Distanzschuss Knofes (52.) und ein zu lasch verteidigter Abschluss Tim Oberländers aus zentraler Position (54.) brachten die Kauferinger ins Hintertreffen.

 

Nach einem weiteren raschen Gegenstoß egalisierte Gregor Denk letztmals (54.). Beiden Teams bot sich noch die Chance zur Entscheidung – doch am Ende ging es in die Verlängerung. „Wir sind natürlich enttäuscht“, räumt Nordstöm nach deren erfolglosem Verlauf ein.

 

Rennsteig Avalanche vs. FBC München

 

Am Ende habe eine Trotzreaktion die Kehrtwende gebracht, schildert FBC-Trainer Fredrik Ekvall. Denn als in der 49. Minute die rote Karte gezückt wurde – dem Coach zufolge wegen einer falschen Trikotnummer und damit ungerechtfertigterweise – hatte sein Team einige schwere Minuten hinter sich. Danach aber sei es dann gelaufen wie am Schnürchen.

 

Dass sein Team nur zehn Feldspieler aufbieten konnte, habe sich die ganze Partie über als Hemmschuh erwiesen. „Wir haben das Spiel nicht so in Gang gebracht, wie es gegen einen tiefstehenden Gegner notwendig ist“, fasst Ekvall zusammen. Dennoch legten Maxim Zhushman (4.), Kai Finkenwirth (8.) und Imo Ziemendorf (10.) vor.

 

Im zweiten Durchgang sah sich Ekvall dann schon früh dazu veranlasst, seine Auszeit zu ziehen (27.). Zuvor hatten die Gastgeber durch Ondrej Burcal (23.) verkürzt. Sein Team sei zu gedankenlos und uninspiriert zu Werke gegangen, schildert der Coach. Seine Sorgen wurden bestätigt. Zwar erhöhte Tomas Stein (28.) noch, dann aber kam die Avalanche Tor um Tor heran. Zu Beginn des Schlussabschnitts stand es nach Treffern von Jan Faldus (30.), Vaclav Veverka (34.) und Laurenz Köhler (46.) 4:4. „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf bis dahin wider“, so Ekvall. „Beim Freischlag zum Ausgleich stehen wir nur herum und schlafen.“

 

Doch der FBC manövrierte sich gemeinsam aus dem Schlamassel. Auf Lukas Cordes Treffer zur Führung (49.) folgten zwar lange Diskussionen am Spielsekretariat samt geschilderter Matchstrafe, doch dem FBC bekam dieser Knacks im Spielrhythmus besser als den Hausherren. München raffte sich auf zu einer Jetzt-erst-recht-Reaktion. Die Unterzahl blieb folgenlos, im Vier-gegen-Vier baute Stein den Vorsprung aus (52.) und am Ende zurrte Justus Lerchls 4:7 den Pflicht-Auswärtssieg beim Tabellenletzten fest – der FBC thront in der Tabelle wieder obenauf.

 

Eisbären Juniors vs. ESV Ingolstadt Schanzer Ducks

 

Ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt hätte es werden sollen, doch am Ende kehrten die Schanzer Ducks von einer Schneiderfahrt in die Bundeshauptstadt zurück. Vor allem im zweiten Drittel sei sein Team „relativ blutleer“ zu Werke gegangen, ärgert sich Coach Johannes Schönmeier. „Da waren wir auch mental nicht in der Lage, uns in die Partie reinzubeißen.“ Beleg dafür sei die rasche Abfolge an Gegentreffern gewesen. Durch Kjell Oke Dittloff (21.), David Mix (26., PP2), erneut Mix (33.), Eisbären-Topscorer Malte Weber (33.) und Dominik Czichocki (37.) schepperte es allein im zweiten Durchgang fünf Mal im ESV-Tor. Zwischen dem 2:6 und dem 2:7 lagen gerade einmal 21 Sekunden.

 

Dabei sei das Spiel nicht schlecht losgegangen, schildert Schönmeier. „Wir wollten von Anfang an druckvoll gegen den Ball arbeiten und das Querpasspiel der Berliner unterbinden.“ Sein Team sei gut aus den Startlöchern gekommen. „Der große Unterschied, der dieses Spiel letztendlich Richtung Berlin hat kippen lassen, war die Chancenverwertung.“ Während für die Ducks im ersten Drittel nur Michael Bachmann (15.) traf, netzte Berlin durch Christian Pajonzeck (4.), Dittloff (16.) und Mix (19.) schon vor der ersten Pause dreimal ein – auch bedingt durch eine mangelhafte Ingolstädter Verteidigung.

 

Nach dem zweiten Drittel, in dem die Unordnung vor dem ESV-Tor nochmal gewachsen war, waren die Gäste zur Aufholjagd verdammt. Immerhin hatten Simon Demmel (32.), Luca Scharnagl (34.) und Simon Hasenbank (38.) durch ihre Treffer dafür gesorgt, dass dieses Unterfangen beim Stand von 4:8 nicht ganz aussichtslos schien. „Wir müssen definitiv noch aktiver und bissiger in den entscheidenden Momenten seien“, fordert Schönmeier. „Gerade bei ruhenden Bällen muss mehr Wachsamkeit gefragt sein.“

 

Vielleicht hätte ein verwertetes Powerplay im Schlussdurchgang noch etwas in Bewegung setzen können. Doch diese Chance wurde verpasst. Einzig David Kraus (53.) traf noch für die Ducks, für eine Wende war das freilich zu wenig. Den Schlusspunkt zum 9:5 setzte Mix (54.) für die Berliner.

 

 

Ausblick

 

Nach den verpassten Big Points in Berlin empfängt der ESV Ingolstadt am Wochenende gleich zwei weitere direkte Konkurrenten. Gegen Schlusslicht Rennsteig (Samstag, 18 Uhr) und den Vorletzten Döbeln (Sonntag, 16 Uhr) solle die Maximalausbeute her, fordert Coach Schönmeier. Jeweils mit Berlin und Dessau bekommen es Kaufering und München zu tun. „Wir haben leider ein paar Ausfälle“, bedauert FBC-Trainer Ekvall, der aber auch das Positive daran sehen will: Für einige Talente dürfte ihr Zweitligadebüt anstehen. „Jetzt liegt es an uns zu zeigen, was für eine Mannschaft wir sein wollen“, richtet Kauferings Coach Nordström den Blick auf die beiden Partien: „Wir wollen uns vor unseren fantastischen Fans standesgemäß zurückmelden.“

 

Beitragsfoto: Finkenzeller

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