Bayern – Breit wie schon lange nicht mehr ist die Schar der Anwärter auf den zweiten Tabellenplatz in der floorballshop.com Regionalliga Bayern, der zur Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft berechtigt. Der Spieltag am vergangenen Samstag legte einen weiteren Grundstein für ein spannendes Saisonfinale, in dem mehrere der Aspiranten noch im direkten Duell aufeinander treffen werden. Und auch im Tabellenkeller tat sich etwas.
Panther Regensburg vs. PSV Wikinger München

Mit 5:4 hatten die Wikinger das jüngste Duell beider Teams für sich entschieden, damit war der PSV nach Punkten und im direkten Vergleich an den Panthern vorbeigezogen. Um die rote Laterne auch unabhängig von der Tordifferenz insgesamt weiterzureichen, brauchte Regensburg nun also einen Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz. Die Aufgabe bei diesen Vorzeichen, so Teamsprecher Daniel Hollerauer: die Balance zwischen hoher Motivation und Über-Engagement finden.
„Im ersten Drittel haben wir eigentlich ein ganz vernünftiges Spiel abgeliefert“, findet er. Vorne traf David Haack früh (3.), hinten sei auf die Verteidigung, Torfrau Rebecca Haack und das Torgestänge Verlass gewesen. „Wenn es hier etwas zu kritisieren gäbe, dann, dass wir uns keine höhere Führung herausspielen konnten.“
„Wir sind hochmotiviert ins Spiel gegangen“, schildert PSV-Spielertrainer René Ghigani-Braun. „Leider mussten wir nach dem ersten Drittel einen Rückstand umbiegen.“ Doch der Start ins zweite sei nicht optimal verlaufen. Nach rund eineinhalb Minuten im Mittelabschnitt erhöhte Christoph Gehl auf 2:0.
Lange Bestand hatte dieser Vorsprung aber nicht. „Die üblichen schludrigen Pantherminuten“, fasst Hollerauer zusammen. Marvin Gabler (24.) verkürzte, Ghigani-Braun (34.) glich aus. Ohne Torhüterin Haack wäre Regensburg in dieser Phase, die aufgrund einer Verletzung auch noch einige Umstellung erforderte, wohl sogar ins Hintertreffen geraten. „Sie hat einen Sahnetag erwischt“, erkennt der Oberwikinger an. „Die zweite Pause kam gerade zur richtigen Zeit“, schnauft Hollerauer durch.
Das Spiel stand spitz auf Knopf, eine Einzelaktion Jiri Reichmanns (44.) brachte die Führung zurück an Regensburg und sieben Minuten später schnürte er von der Strafbank kommend den Doppelpack (51.). Gabler (55.) verkürzte nochmals, in einer spannenden Schlussphase hatten die Panther mit dem 5:3-Entstand durch David Haack (60.) aber das „erlösende und viel umjubelte“ Ende für sich, so Hollerauer. „Zusammengefasst wurden wir für unseren Chancenwucher bestraft und mussten leider als Verlierer aus diesem Spiel gehen“, bilanziert Ghigani-Braun.
VfL Red Hocks Kaufering vs. SV Nordheim
Mit zwei Punkten gegen den bereits feststehenden Meister Kaufering hat sich der SVN die zunächst einmal beste Ausgangsposition im Rennen um Platz zwei gesichert. „Den Start des Spiels haben wir etwas verschlafen“, räumt Nordheims Spielertrainer Peter Kechele zu große Nachlässigkeiten vorne und hinten ein. Lukas Trieb (7.), Laura Ballweg (13.) und Dominik Fellner (25./PP) legten in diesem nominellen Spitzenspiel rasch für die Red Hocks vor, ehe Julian Hitzler (33./PP) den Offensivbann für sein Team brach.
„Spätestens da haben wir ins Spiel gefunden“, lobt Kechele. Nach dem raschen Anschluss durch Lukas Rebele (34.) war noch etwas Geduld gefragt, ehe Hitzler (45.) auf 3:3 stellte. „Die Verletzung eines Mitspielers hat uns zugesetzt und aus dem Konzept gebracht“, schildern Kauferings Tom Zöllner und Lukas Trieb. Nachdem im letzten Drittel keine weiteren Tore mehr fielen, musste die Partie in der Verlängerung entschieden werden. Jan-Niklas Herz (63.) sicherte seinem SVN den in der Endabrechnung womöglich noch ganz wichtigen Zusatzpunkt.
FBC München 3 vs. FBC München 2
Plötzlich ist der FBC München 2 wieder da. Nach Phasen der Ergebnis- und Personalflaute in dieser Saison klopft der letztjährige Teilnehmer des süddeutschen Final4 wieder laut vernehmbar an der Tabellenspitze an. Opfer dieses Aufschwungs wurde zuletzt die eigene dritte Garde, die nun ihrerseits etwas ins Hintertreffen geraten ist.
Den weitaus besseren Start ins Stallduell hatte zunächst die Dritte des FBC. Martin Hempfling (3.) und zweimal Nicolas Zinßer (10., 17.) schienen das Geschehen früh in erfolgreiche Bahnen für ihr Team zu lenken. Danach stockte dessen Offensivmotor aber immer mehr.
Denn im Mitteldrittel traf nur die Zweite. Amelie Wagner (22.), Merle Grimpen (28.) und Philipp Kopp (34.) glichen aus.
Zwar legte Hempfling wieder für die Youngster vor (51.). Doch nur acht Sekunden, nachdem Arthur Sobe (58.) kurz vor Schluss egalisierte, schoss Alesandro Jantscher (58.) den FBC 2 erstmals in Führung – und dieses 3:4 hielt bis zur Schlusssirene.
SG Amendingen/Puchheim vs. Lumberjacks Rohrdorf
Ein packendes Spiel haben sich die SG Amendingen/Puchheim und Rohrdorf geliefert. Die gastgebenden Lumberjacks führten kurz vor dem Ende bereits mit drei Toren, doch zum Schluss wurde es nochmal richtig spannend.
Nachdem beide Teams beim Stand von 1:1 in die erste Pause gegangen waren, schossen Bernhard Pawlowski (25.) und per Zehn-Sekunden-Doppelpack Kilian Tiefenthaler (34., 34.) eine 2:4-Führung für die Hausherren heraus, die Gast in eigener Halle waren. Maximilian Hager war es, durch dessen Tor (33.) die SG noch einigermaßen Schritt hielt.
Seine Treffer drei und vier (41., 45.) brachten dann auch nach Wiederanpfiff den raschen Ausgleich. Doch wieder legten die Lumberjacks vor. Florian Faltermeier (46.), Jonas Behringer (48./PP), und Pawlowski (52.) ließen ihr Team wieder davonziehen. Nachdem Jannik Buhmann (52.) verkürzte, stand es sieben Minuten vor der Schlusssirene durch einen Treffer Simon Behringers 5:8 (54.).
Auch begünstigt durch zwei Rohrdorfer Strafen kam die SG aber tatsächlich noch einmal heran. Philipp Ruepp (56./PP) und Buhmann (60./PP) stellten Tuchfühlung her, die verbleibenden acht Sekunden reichten jedoch nicht mehr für den Ausgleich.

Ausblick
Am 14. März steht in Donauwörth sowie Memmingen der vorletzte Spieltag der Saison an. „Gegen Rohrdorf haben wir in den letzten Paarungen oft einigermaßen mithalten können“, rechnet sich Regensburgs Teamsprecher Hollerauer etwas für seine Panther aus.
„Die Tabellenplätze zwei bis sechs liegen punktetechnisch sehr eng beieinander“, fasst SVN-Spielertrainer Peter Kechele zusammen. Sein Team bekommt es im FBC München 2 mit einem direkten Widersacher zu tun – ein Spiel mit weitreichender Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf. Nicht minder wichtig wird das Duell zwischen der SG Amendingen/Puchheim und dem FBC München 3.
„Tabellenerster gegen Tabellenletzter“ heißt es dagegen, wenn die PSV Wikinger München und die Zweite der Red Hocks aufeinander treffen. Trotz vorzeitigem Titelgewinn gelte es auch mit Blick aufs Final4 nicht abreißen zu lassen, fordern Kauferings Tom Zöllner und Lukas Trieb – im Training wie im Spiel.
Beitragsfoto: Börsch

