So lief der dritte Spieltag in der Regionalliga Süd – Herren Großfeld

München – Die zweite Mannschaft der Red Hocks hat das Lech-Derby für sich entschieden. In München setzten sich die Kauferinger mit 6:4 gegen die SG Augsburg/Nordheim durch. Die Lumberjacks Rohrdorf behielten gegen die SG Nürnberg/Regensburg mit 10:6 die Oberhand. Im Kellerduell mit Liganeuling SF Puchheim siegte die Reserve von Gastgeber FC Stern mit 7:0.

SG Augsburg/Nordheim vs. Red Hocks Kaufering 2

„Hoch und weit bringt Sicherheit.“ Was sich in früheren Duellen bewährte, kann auch auf dem schlüpfrigen Boden der Münchener Halle keine ganz schlechte Idee sein, schmiedete die zweite Mannschaft der Red Hocks ihren nicht schönen, aber simplen Plan für das Lech-Derby gegen die SG Augsburg/Nordheim. „Wir wussten, was uns erwartet“, kam dieser Ansatz auch für deren Spielertrainer Daniel Nustedt nicht überraschend: „Trotzdem haben wir da zu viele Geschenke verteilt.“

Nach vier Minuten lag sein Team durch Vincent Kliemann (4.) zurück. „Kompakt stehen, Schüsse blocken und dann kontern – das hat im ersten Drittel gut geklappt“, fasst Kauferings Josef Trieb zusammen, der kurz vor der Pause (19.) noch selbst nachlegte.

Das Augsburg/Nordheimer Bestreben, die Spielkontrolle früh auf die eigene Seite zu ziehen, war somit hinfällig und kam im weiteren Spielverlauf auch nicht so recht wieder. Zwar glich die SG durch Marek Sedelmeier per Bauerntrick (21.) und Freischlag-Hammer (25.) rasch aus – „da haben wir uns zu weit reindrücken lassen und manchmal nicht schnell genug reagiert“, ärgert sich Trieb – doch ebbte dieser Flow wieder ab.

Drei Strafen – zwei für die Schwaben (28., 34.), eine für die Red Hocks (29.) – brachten das Geschehen ins Holpern. Kaufering kam besser aus diesem Zwischentief und legte vor. John Blümke im Powerplay (36.), kurz darauf aus der Distanz (38.) und Jonas Rubenwolf nach gewohntem Muster (40.) stellten auf 2:5, das Sedelmeier aber umgehend mit einem Rückhand-Strahl verkürzte. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wäre sein Team auch sonst so treffsicher gewesen, hadert Nustedt. „Wir haben auch aus wirklich guten Positionen viel viel zu wenig aus unseren Chancen gemacht.“

Rasch nach Wiederanpfiff verkürzte Long Thanh Nguyen nochmals per Schuss aus dem Halbfeld ins lange Eck (42.). Doch Kaufering schaukelte den Sieg, der durch Vincent Kliemanns 4:6 weiter Kontur annahm (53.), über die Zeit. Auch über drei weitere Unterzahlsituationen (50., 55., 60.) hinweg. „Das letzte Drittel war ein offener Schlagabtausch und das ganze Spiel nicht besonders schön“, räumt Josef Trieb ein. „Die staubige Halle, viele unsaubere Zweikämpfe.“ Doch auch solche Spiele gelte es erst einmal zu gewinnen. „Das ist gut für die Moral.“

Für seine Red Hocks geht es am 6. November gegen Rohrdorf weiter, die SG Augsburg/Nordheim will dann gegen die Reserve des FC Stern München wieder in die Spur finden.

SG Nürnberg/Regensburg vs. Lumberjacks Rohrdorf

Fachkräftemangel in der Regionalliga: Trafen Nürnberg und Rohrdorf in der vergangenen Saison aufeinander, blieben die Spielerbänke oftmals leer. Während die Lumberjacks diesen Minimalismus notgedrungen auch am Samstag erneut hinnehmen mussten, trat Gegner SG Nürnberg/Regensburg endlich einmal in Bestbesetzung an. „Heute waren wir top aufgestellt“, schildert Verteidiger Matthias Germscheid. Allein: Am Ende setzten sich die Oberbayern durch.

Angesichts der anhaltenden Personalsorgen sah Lumberjacks-Spielertrainer Kilian Tiefenthaler wenig Anlass, an seinen Vorgaben etwas zu ändern: „Defensive Stabilität, viel Spielkontrolle und Konterstärke“, fasst er seine Marschroute zusammen. „Wir wollten hinten dicht stehen und vorne durch die drei Sturmreihen ordentlich Druck machen“, bringt derweil Germscheid die Pläne der SG auf den Punkt.

Waren die Tore Jonas Mumperows (11., 15.) auf Nürnberg/Regensburger und Jonas Behringers (8., PP), Tobias Zaus‘ (14.) und Victor Brobergs (15.) auf Rohrdorfer Seite zum 2:3-Pausenstand noch Ausdruck eines recht ausgeglichenen Anfangsdrittels, kippte die Partie ab der Mitte des zweiten Durchgangs zunehmend zugunsten der Lumberjacks.

Die Verteidigung an sich sei gut gewesen, doch geriet sein Team durch individuelle Fehler ins Hintertreffen, bedauert Germscheid. Broberg (30.) und Martin Smit (32.) ließen den Rohrdorfer Vorsprung anwachsen, doch hielten Simon Reinhardt (33.) und Germscheid (38.) – zwischenzeitlich hatte Florian Faltermeier wieder für die Lumberjacks gejubelt – die SG immerhin in Schlagdistanz.

Das änderte sich dann früh im Schlussabschnitt. Jonas Behringer (41.) nutzte eine Überzahl, Tiefenthaler erhöhte vorentscheidend auf 4:8 (43.). „Für mich war diese Phase der Knackpunkt“, so der Spielertrainer. Beide Teams kamen noch zu je zwei Treffern, doch auch in einer zwischenzeitlich druckvolleren Phase schob sich Nürnberg/Regensburg nicht mehr näher heran. An der Chancenauswertung habe es gehapert, räumt Germscheid ein. „Heute waren wir nicht gut eingespielt.“

Weiter geht es für Nürnberg/Regensburg am nächsten Spieltag gegen Liganeuling Puchheim. Tiefenthaler kündigt mit Blick auf das Spitzenduell mit den Red Hocks an, die Defensive stabilisieren zu wollen.

FC Stern München 2 vs. SF Puchheim

Dem haben sich auch Sönke Grimpen und seine Reserve des FC Stern immer und immer wieder verschrieben. Und tatsächlich: Die zuvor mit 27 Gegentoren in zwei Spielen arg gebeutelten Münchener waren im Kellerduell mit Puchheim das erste Teams dieser Saison, das einen im Floorball so raren Zu-Null-Sieg einfahren konnte. „Wir verbessern uns von Spiel zu Spiel“, freut sich der Trainer, der in heimischer Halle auch drei Reihen, inklusive der Routiniers Christian Graus und Sören Krieger, aufbieten konnte.

Sechs Münchener Torschützen steuerten ab dem Doppelschlag Simon Hechls (11.) und Florian Stangls (11.) in schöner Regelmäßigkeit die Treffer zum Münchener 7:0-Erfolg bei. Luft nach oben bleibe aber, so Grimpen: „Hätte Puchheim eine seiner frühen Chancen verwerten können, hätte es hektisch werden können.“

Wenngleich es nicht mit der erhofften Punkten klappte, ist Puchheims Trainerin Silke Hager nicht unzufrieden. “Wir haben über lange Zeit den Münchnern das Toreschießen schwer gemacht.”

Beitragsfoto: Finkenzeller

Aus Gründen der Transparenz: Der Autor dieses Textes war als Kauferinger Spieler und als Schiedsrichter des Spiels Nürnberg/Regensburg gegen Rohrdorf beteiligt.

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