Ingolstadt – Der Landeskader der U17-Junioren hat die Titelverteidigung verpasst. Bei der Heim-Trophy in Ingolstadt landeten die süddeutschen Talente auf Platz drei und damit genau im Mittelfeld des Klassements. Eine Leistungsdelle am zweiten Turniertag kostete ein besseres Abschneiden.
„Ein starker Freitag und Sonntag, mit einem schwächeren Samstag“, so könne man das Wochenende laut Landestrainer Fredrik Ekvall kurz zusammenfassen. Dabei ließ sich der Start der Mission Titelverteidigung am Freitag gegen Sachsen-Anhalt noch hervorragend an. „Wir haben unser Pressing sehr gut umgesetzt, haben oft den Ball erobert und durch schnelles Passspiel gute Torchancen herausgespielt“, bilanziert der Coach nach dem 8:3 gegen den späteren punktlosen Tabellenletzten. „Wir haben das Spiel von Anfang bis Ende kontrolliert und souverän und verdient gewonnen.“
Tags darauf war dann aber gegen den Osten der Wurm drin. Moritz Unterberger (1.) und Jeremias Probst (9.) legten zwar rasch vor, in Sachen Pressing-Intensität erkannte Ekvall aber schon im ersten Drittel Einbußen. Was dann danach passierte, könne er sich schlicht nicht erklären: „Wir haben unsere Struktur völlig verloren, sowohl mit als auch ohne Ball; in manchen Situationen haben wir die Dinge zu kompliziert gemacht, während wir in anderen nicht die nötige Arbeit investiert haben.“ Die Quittung dafür war ein 2:6-Rückstand früh nach Beginn des letzten Durchgangs gegen einen Gegner, der sein Programm mit großer Beharrlichkeit durchzog. „Wir konnten nicht auf dem gewünschten Niveau spielen“, räumt Ekvall nach der 3:6-Niederlage ein.
Müde, aber immer mit Moral
Dieser Punkteverlust erwies sich als herber Dämpfer, doch wäre es nicht die erste Trophy, die nach ausgiebigen Rechenspielen noch an den Süden ging. Dafür wäre aber ein fortan stolperfreier Turnierverlauf vonnöten gewesen – und dieser blieb aus. Gegen den Westen habe sein Team eine ziemlich müde Leistung abgerufen, bedauert Ekvall. „Wir waren erschöpft und nachdem wir mehrere Rückschläge und Verletzungen hinnehmen mussten, mussten wir unsere Reihen umstellen, was uns daran hinderte, einen richtigen Rhythmus in unserem Spiel zu finden.“ Auf den Rückstand kurz vor der ersten Pause folgte dennoch mit dem Ausgleich durch Paul Denk (15.) eine schnelle Reaktion, später verwertete Cem Beischl (30.) ein Powerplay noch zur Führung. Auch nach dem unglücklichen 2:2 bewies das Team Nehmerqualitäten, überstand noch zwei Unterzahlsituationen und entschied das Match durch Kai Finkenwirth (49.) in der Verlängerung für sich. „Das zeigte großen Charakter“, lobt Ekvall.
Dieser sei dann auch am Sonntag gegen den Norden unter Beweis gestellt worden. „Wir wollten uns unbedingt zurückmelden, und ich glaube, das war von Anfang an deutlich zu sehen.“ Zwar lag man nach acht Minuten gegen den designierten Trophy-Sieger bereits mit 0:2, zurück, doch sei das Energielevel wieder ein ganz anderes gewesen. „Jeder Spieler hielt sich zu 100 Prozent an den Spielplan, arbeitete weiter hart und übte Druck auf den Gegner aus“, freut sich Ekvall. „Im Laufe des Spiels übernahmen wir nach und nach die Kontrolle“, Lohn war ein 7:5-Sieg.
Was bleibt? „Insgesamt denke ich, dass wir, als wir in Bestform waren, sehr guten Floorball gespielt haben“, so Ekvall. Letztendlich seien kleine Details dafür entscheidend gewesen, ob man das Turnier gewinnt oder, wie im Fall des Südens, Dritter wird. Mit Blick auf das komplette Wochenende dürfe das Team mit seiner Leistung zufrieden sein. „Wir sollten auch bedenken, dass die überwiegende Mehrheit der Spieler weiterhin für die Teilnahme am nächsten Trophy-Turnier spielberechtigt sein wird, und es wird sehr spannend sein, ihre Entwicklung zu verfolgen.“
Eine individuelle Auszeichnung ging an den Süden: Jeremias Probst wurde ins All-Start-Team berufen.
Ein abschließender Dank gelte Gastgeber Ingolstadt für ein gut organisiertes Turnier; Gratulationen gehen an den Norden zu einem verdienten Sieg.


