Bayerns Bundesligisten: Münchener Derbyerfolg, Ingolstädter Pflichtsieg

Bayern – Nach diesem Wochenende  ist klar: Der Gang für die Red Hocks in die Playdowns der 1. FBL ist endgültig nicht mehr abzuwenden. Nachdem beide Teams am Tag zuvor deutliche Niederlagen gegen Spitzenteams kassiert hatten – Kaufering unterlag mit 3:14 in Leipzig, München daheim mit 3:9 gegen Weißenfels – entschied der FBC das Derby am Folgetag mit 3:5 für sich. In der 2. FBL Süd/West fuhren die Schanzer Ducks des ESV Ingolstadt den erwarteten Pflichtsieg gegen Schlusslicht Mainz ein; mit 8:2 nahm die Partie einen deutlichen Verlauf.

„Leipzig war uns einfach überlegen, vor allem im Offensivspiel und bei der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor“, ordnet Kauferings Ersatztorwart Moritz Ballweg die Packung beim Spitzenteam ein. Im Lauf der Trainingswoche hatte sein Team sich vor allem der eigenen Offensive gewidmet und dabei gegen den MFBC zwar ordentliche Ansätze gezeigt, die aber zu oft fruchtlos blieben. Vor dem eigenen Tor indes hielten die Kauferinger den Laden trotz kompakter Herangehensweise viel zu selten beisammen. Auf bessere Sequenzen folgten häufig Doppel- oder Dreierpacks der Gastgeber. Mit Angreifer Martin Rieß ist ein weiterer wichtiger Pfeiler für einige Wochen verletzt außen vor.

Zur ohnehin schon langen Ausfallliste, neben Moritz Billes, Christian Brücklmayr und Tobias Hutter fehlten am Sonntag auch Rieß, Kapitän Marco Keß, Enge Nguyen und Raphael Heinzelmann, könnte sich nun auch noch Benedikt Richardon gesellen, der im Derby gegen München zweimal auf die Hand fiel. Gut möglich, dass beide Teams sich in den Playdowns ab Mitte März erneut gegenüber stehen – wobei die Münchener noch verhalten nach oben schielen dürfen; für die Red Hocks ist dieser Zug mittlerweile abgefahren.

So lieferten sich beide Teams am Sonntag im Sportzentrum eine Partie, die nach Abstiegskampf aussah – intensiv, aber immer wieder fehlerbehaftet. Den auch spielerisch stärkeren Start erwischten die Red Hocks, für die Richardon (5.) vorlegte. Ein durchtrudelnder Ball, den Felix Haushofer nur noch einzuschieben hatte (12.), und einen einfachen Abschluss Richard Kellenbergers nach einem schnellen Pass die Bande entlang später, lagen die Kauferinger aber hinten. Das ging leicht. Bis zur Sirene folgten noch ein paar vogelwilde Minuten, dann war Pause. „Wir wollten die Kontrolle über das Spiel“, schildert Nguyen. In dieser Phase gelang das nicht. Sein Ding durchzuziehen, danach trachtete freilich auch der FBC. „In einigen Phasen konnten wir das Spiel beruhigen und genau das umsetzten; in der Anfangsphase haben uns wir uns von der Kauferinger Hektik anstecken lassen und uns selber dadurch Probleme bereitet“, findet Topscorer Luis Rüger.

Im Powerplay stellte der Ex-Münchener Moritz Leonhardt auf 2:2 (29.). Bei einer darauffolgenden weiteren Münchener Strafe zeigten sich die Red Hocks erneut gut aufgelegt. „Eigentlich hätten wir uns da die Führung holen müssen“, findet Nguyen. Doch stand der Pfosten gleich mehrfach im Weg. Auf der anderen Seite traf der Ex-Kauferinger Luis Rüger vor knapp 300 Zuschauern per Bauerntrick zum 2:3 (36.).

Antton Lukka glich im letzten Durchgang (49.) aus der Distanz aus, doch bei einem Kauferinger Angriff landete der harmlose Abschluss im Gegenspieler – wenige Sekunden später vollendete der langjährige Kauferinger Julian Rüger zum 3:4 (53.). In Unterzahl folgte noch der Endstand durch Luis Rüger (56.), der seiner Mannschaft ein abgeklärtes letztes Drittel bescheinigt. „Nach jedem Gegentor sind wir als Team zusammengekommen haben uns wieder auf die wichtigen Punkte fokussiert und so konnte das Momentum nicht auf die Kauferinger Seite wechseln, was man vo rallem im Sportzentrum nicht unterschätzen darf.“

Ein echtes Muster an Effizienz hatte tags zuvor Rekordmeister Weißenfels in München abgegeben. „Die war vor allem im ersten Drittel enorm“, erkennt FBC-Trainer Jann Zurbuchen an. Saku Likka sorgte mit vier Toren vor der ersten Paise gleich einmal für eine deutliche Ansage.

Überhaupt: Zwar vermochten es auch die Gastgeber, das ein oder andere Powerplay zu nutzen – doch auch in dieser Disziplin zeigte sich der UHC abgebrüht. „Wir wollten nicht allzu großen Respekt haben, mitspielen und das Spiel möglichst lange ausgeglichen halten“, erklärt Zurbuchen. Ausgeglichen sei das Spiel zwar phasenweise gewesen, doch am Ende war Weißenfels an diesem Tag eine Nummer zu groß.

2. FBL Süd/West: ESV Ingolstadt vs. Floorball Mainz 8:2

Tabellenletzter, sieben Feldspieler an Bord und der – auf dieser Position allerdings langjährig erprobte – Spielertrainer im Tor: Für die Mainzer sahen die Vorzeichen für den ersten Auftritt beider Teams nach der Winterpause alles andere als rosig aus. Dennoch schafften sie es, die gastgebenden Schanzer Ducks zumindest im ersten Drittel zu ärgern. Tobias Biesenbaum (10.) legte sogar vor, dank Daniel Ridingers Ausgleich (16.) brachte Ingolstadt zumindest ein 1:1 in die Kabine.

Deutlich mehr nach dem Geschmack von ESV-Spielertrainer Max Eberle fiel dann Durchgang zwei aus. Zwar dauerte es rund zehn Spielminuten, ehe es wieder schepperte; ab da ging es aber Schlag auf Schlag. Michael Bachmann (31.) und Jannik Melchior (33.) gelang der Doppelschlag und als eine Unterzahl nicht in ein Gegentor, sondern einen Penalty-Treffer Bachmanns mündete (33.), nahm die Partie allmählich eine klare Richtung an. Das 5:1 durch Daniel Böhme (37.) veranlasste Mainz dazu, seine Auszeit zu nehmen. Melchior hielt das aber nicht vom 6:1-Pausenstand ab (38.). Nach Biesenbaums zweitem Treffer (45.) besorgten Louis Roger (48.) und Ridinger (52.) im Schlussabschnitt den Endstand.

Ausblick

Das kommende Wochenende steht nun im Zeichen des Pokals. Der FBC München tritt am Samstag bei der Zweitvertretung des TV Lilienthal an (16 Uhr), tags darauf findet das Schneechaos-Nachholspiel gegen Berlin in der Bundeshauptstadt statt. Mit dabei sein könnte dann auch der schwedische Neuzugang Jesper Olsson. „Die Rückrunde läuft bisher sehr gut“, ist Luis Rüger zufrieden. „Vor allem im Hinblick auf die Playoffs beziehungsweise Playdowns ist es sehr gut, dass wir Schritt für Schritt zu unser Leistung finden.“

Ebenfalls noch im Pokal dabei ist die Kauferinger Reserve – sie empfängt am Samstag den Zweitligisten Quedlinburg (18 Uhr).

Beitragsfoto: DJK Holzbüttgen/Britta Vallema

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