Kaufering/München – Die Red Hocks sind wieder erstklassig. Die letzten Duelle beider Teams hatte es angekündigt und die Dramaturgie des Wochenendes löste alle Erwartungen ein: Ehe die Lechfloorballer ihre Rückkehr in die 1. FBL feiern durften, standen zwei weitere hochdramatische Duelle mit dem FBC München. Behielten die Gäste am Samstag mit 4:2 die Oberhand, so waren es am Sonntag die Kauferinger, die sich mit dem 4:3-Treffer in der Verlängerung hinein ins Glück schossen.
Plötzlich stand alles wieder auf Anfang: Nach einem überdeutlichen Auftakt der Finalserie zugunsten der Red Hocks zeigten sich die Münchener im zweiten Aufeinandertreffen wie verwandelt. Wo in der Vorwoche ein letzter Sprint oder eine Schlägerspitze das Geschehen mit großer Zuverlässigkeit auf die Seite der Kauferinger zog, war es nun der FBC, der sich griffiger präsentierte. Von zuletzt zehn Treffern rauschte die offensive Produktivität der Red Hocks hinab auf zwei, nur Youngster Jeremias Probst fand vor rund 480 Zuschauern mit zwei Einzelaktionen (11., 51.) den erfolgreichen Abschluss.
„Wir hatten ungewohnte technische Schwierigkeiten und sind trotz dem Rückenwind der Vorwoche überhaupt nicht zu unserem Rhythmus gekommen“, fasst Kauferings Co-Trainer Rasso Schorer zusammen. München seinerseits zwang die Red Hocks immer wieder zu Fehlern und nutzte diese gnadenlos aus. Moritz Franz (10.), Torben Kleinhans (18.) und Kai Finkenwirth (45.) hielten ihr Team am Drücker. Und gerade, als die Partie drauf und dran war, sich vielleicht doch noch den Hausherren zuzuwenden, schwächelte deren Powerplay. Gleich drei weitere Strafen in rascher Abfolge verstrichen ungenutzt. Schlimmer noch: In Unterzahl traf Kleinhans zum 2:4 (54.).

Erstligareifes Duell am Sonntag
Tags darauf entwickelte sich dann ein Ringen, das die Erstligatauglichkeit beider Teams nachwies. Nach mehreren aussichtsreichen Chancen war es der im Spiel zuvor glücklose Tobias Hutter, der für Kaufering vorlegte (16.). Nach einem blitzsauberen Angriff glich Imo Ziemendorf (19.) rasch aus. Das anschließende Mitteldrittel ging an die Red Hocks, weil Johannes Probst mit einem Schuss in den Winkel den Powerplay-Knoten seines Teams endlich wieder platzen ließ (39.) – ein Erfolgserlebnis für die Überzahlformation, das noch nachhallen sollte.
Im Schlussdurchgang beharkten sich beide Teams weiterhin nach allen Regeln der Kunst, doch vor allem für die Landeshauptstädter rückte der Aufstieg vor 320 Zuschauern nun immer näher. Wieder war es Ziemendorf, der eine Lücke zum 2:2 fand (50.) und im Powerplay legte Münchens Scharfschütze nach (53.). Führung FBC, noch siebeneinhalb Minuten auf der Uhr.
„Die Schlussminuten waren der Wahnsinn“, schildert Schorer. „Unsere Jungs haben gute Abschlüsse genommen, im letzten Moment hat aber immer noch ein irgendein Münchener den rettenden Block gestellt – das sind die Momente, die dich verzweifeln lassen können.“ Doch der Glaube der Red Hocks blieb intakt. In einer weiteren Überzahl und mit einem zugunsten eines weiteren Angreifers verwaisten Tor stocherte Gregor Denk sein Team zum zumindest vorzeitigen Überleben (59.).

In der Verlängerung war München dem Lucky Punch zunächst näher. Dann aber schickten die Schiedsrichter FBC-Torwart Paul Stempfle auf die Strafbank. Der Schlussmann hatte einen herumliegenden Kauferinger Schläger von sich geworfen; die Unparteiischen ahndeten das als Unsportlichkeit. Die Red Hocks verpassten mehrere Chancen, sogar ein aussichtsreicher Münchener Konter rollte noch auf Goalie Raphael Landherr. Dann fand eine Seitenverlagerung Johannes Probsts den Schläger von Tobias Hutter, der den Ball hoch ins Tor hämmerte (68.) – der Rest war Jubel.

