Bayern – Das bayerische Gipfeltreffen in der 2. FBL steht. Die Red Hocks Kaufering und der FBC München haben sich mit zwei Kantersiegen über Tollwut Ebersgöns beziehungsweise die Wölfe des TV Lilienthal ins Finale gesweept.
VfL Red Hocks Kaufering vs. Tollwut Ebersgöns
Playoffs sind auch immer eine Frage der Lernfähigkeit. Nachdem beim Auftakt der Serie die ersten beiden Durchgänge an Kaufering gegangen (1:4, 1:3), sich dann aber Ebersgöns mit Nachdruck zurückgemeldet hatte (3:1), hatten beide Teams vor dem zweiten Aufeinandertreffen angekündigt, die entsprechenden Schlüsse gezogen zu haben. „Im Hinspiel haben wir uns die Butter im letzten Drittel noch ein bisschen vom Brot nehmen lassen, das haben wir heute nicht gemacht“, resümiert Kapitän Martin Rieß.
Sein Team bot vor rund 300 Zuschauern defensiv ganz wenig an, mit Ausnahme eines gut ausgespielten Angriffs nach einem Kauferinger Ballverlust, den Johan Gallwitz (13.) zum einzigen Treffer der Hessen nutzte, blieb Ebersgöns ohne erfolgreichen Abschluss auf den Kasten von Torwart Raphael Landherr. „Wir haben die Erkenntnisse aus dem ersten Spiel herovrragend umgesetzt“, lobt Trainer Henrik Nordström.
Zum Zeitpunkt des Ehrentreffers der Gäste stand es bereits 2:0; zuvor hatte ein Vorstoß von Verteidiger Joe Föhr die Führung gebracht (10.), ehe Miro Akerlund (12.) einen Abpraller volley in die Maschen drosch. Ihr Tor verschaffte den Tollwütigen kurz Auftrieb, dann aber brachte eine überaus effiziente Phase die Vorentscheidung. Erst nutzte John Blümke eine Kollision zweier Gästespieler um auf 3:1 zu stellen (19.), dann staubten Ferdinand Reichenberger (20.) und Marco Tobisch (20.) in klassischer Playoff-Manier ab.
In Durchgang zwei verwalteten die Red Hocks ihre Führung, nach einem Freischlag erhöhte Akerlund (32.). Ein trockener Schuss von Jeremias Probst (44.), ein schönes Rückhandtor von Reichenberger in Unterzahl (50.) sowie Jonas Knaus (56.) und Johannes Probst (59.) machten es zweistellig. Die zwei Kauferinger Siege zum Einzug ins Finale seien verdient gewesen, „heute hat es bei uns nicht so geklappt“, räumt Ebersgöns-Kapitän Lasse Kröll ein, dessen Team mit Lian Rau und Marius Herrmann aber auch auf zwei seiner drei besten Scorer verzichten musste.
„Diesmal haben wir Ebensgöns keinen Raum gelassen, Schwung aufzunehmen, und das Spiel genau so kontrolliert, wie wir es uns vorgenommen hatten“, freut sich derweil Coach Nordström. Der Finaleinzug fühle sich großartig an, „der Job ist aber noch nicht erledigt“: Nach einem Wochenende Pause tritt sein Team am 18. oder 19. April beim FBC München an. Eine Woche später, am 25. April (18 Uhr) und gegebenenfalls am 26. April (16 Uhr), geht es in Kaufering weiter. Der Gewinner der Serie steigt auf, der Verlierer erhält in der Relegation gegen den SC Potsdam eine weitere Chance. Nordström spricht von einem „Traumfinale“: „München ist ein Gegner, wie man ihn sich dafür wünscht“.

TV Lilienthal vs. FBC München
Auch der FBC München machte sein Tor nach dem ersten Drittel dicht. Es sei klar gewesen, dass Gegner Lilienthal mit Dampf aus den Startlöchern kommen wollte, erklärt Coach Fredrik Ekvall. Zwar ging sein Team durch Cem Beischl (7.) in Führung, insgesamt aber habe das erste Drittel den Hausherren gehört. „Wir hatten schon den ein oder anderen trägen Beginn in dieser Saison, das hat sich hier fortgesetzt.“ Die Wölfe seien bis zur Pause die bessere Mannschaft gewesen, die Führung durch Felix Schneider (8.) und Phileas Jockheck (17.) bezeichnet er als verdient.
Weitere Treffer kamen für den TVL vor knapp 200 Zuschauern aber keine mehr dazu, auf der anderen Seite hingegen schepperte es in einer immer schnelleren Taktung. „Wir sind stärker aus der Kabine gekommen und haben das Spiel zusehends kontrolliert“, kommentiert Ekvall. Eine Umstellung in der eigenen Defensive habe rasch Wirkung gezeigt und der Ex-Lilienthaler Torben Kleinhans glich per Penalty aus (24.). Nachdem eine eigene Strafe folgenlos blieb, zeigte sich der FBC in zwei darauffolgenden Powerplays eiskalt. Yannik Zölzer (32.) und Kai Finkenwirth (33.) schossen eine Zwei-Tore-Führung heraus, die Sebastian Unterberger noch ausbaute (38.). Wie schon beim Hinspiel, als die Münchener sogar einen 0:3-Rückstand (34.) noch in einen 6:3-Sieg umgebogen hatten, gab das Ekvall-Team das Zepter nicht mehr aus der Hand.
Dass das Schlussdrittel nun sogar mit 10:0 an den FBC ging, dürfte eine in der Geschichte der Zweitliga-Playoffs einmalige Marke darstellen. „Lilienthal drängte nach vorne, wir spielten diszipliniert und konterten sie aus“, bringt es Ekvall auf den Punkt. „Schade, dass es so enden musste“, schnaufte TVL-Kapitän Luke Plenge angesichts des Endstands von 15:2 durch.
„Ich denke, wir waren über beide Spiele hinweg die bessere Mannschaft und gewinnen verdient“, fasst Ekvall zusammen. „Jetzt freuen wir uns darauf, die Playoffs fortzusetzen.“
Beitragsfoto: Wernthaler

