Kaufering – Neben der Titelvergabe des deutschen Zweitliga-Champions beherbergt das Kauferinger Sportzentrum dieses Wochenende ein weiteres großes Highlight: die Süddeutsche Regionalligameisterschaft. Nach den Halbfinalspielen am Samstag, bei denen es zwischen dem TV Schriesheim sowie dem SV Nordheim (11.30 Uhr) sowie den gastgebenden Red Hocks Kaufering 2 und den United Lakers Konstanz um den Einzug ins Endspiel geht (14.30 Uhr), steigen tags darauf das kleine und das große Finale (9.30 und 12.30 Uhr). Vorab blicken die Trainer aller vier Teams auf das bayerisch-baden-württembergische Gipfeltreffen.
Servus zusammen und Glückwunsch zum Einzug zur Süddeutsche Regionalligameisterschaft. Bevor wir uns dem kommenden Wochenende widmen: Wie lief Eure bisherige Saison?
David Jesch (TV Schriesheim): „Es war eine emotionale und denkwürdige Saison für uns. Letztes Jahr beendeten wir die Liga auf dem vierten Platz, wobei wir manchmal weniger Spieler zur Verfügung hatten, als wir uns gewünscht hätten. Die Erwartung für dieses Jahr war, uns zu verbessern: Mindestens Platz drei und bis zum letzten Spieltag um die Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft zu kämpfen. Wir luden talentierte Jugendspieler zu unserem Herrentraining ein, wodurch der Kader wuchs. Dann zog sich Ende August die erste Mannschaft aus der Bundesliga zurück, was noch einmal einiges änderte. Wir hatten plötzlich genügend Hallenzeit für Großfeldtraining und regelmäßig über 20 Spieler bei unseren Trainingseinheiten. Die gesamte Situation und den neuen Kader zu managen, war herausfordernd, zeigte aber stetige Verbesserungen. Junge, unerfahrene Spieler konnten ihr Spiel auf das nächste Level heben. Nach unserem Sieg im Dezember gegen Konstanz, die zuvor drei Titel in Folge holten, realisierten wir, dass es möglich ist, die Liga zu gewinnen! Doch der Weg dahin war schwierig und holprig: Wir schafften es, Spiele zu gewinnen, die bis zum Schluss offen waren – dazu gehörte auch der Sieg gegen Calw drei Sekunden vor Ende. Was mich als Trainer stolz macht, ist, dass wir die Saison mit drei Linien durchgespielt und den jüngeren, unerfahreneren Spielern genügend Spielzeit gegeben haben. Das war ein echter Teamerfolg!“
Peter Kechele (SV Nordheim): „Obwohl wir den kleinsten Kader der floorballshop.com Regionalliga Bayern haben, sind wir sehr gut in die Saison gestartet. Auf unserem Weg gab es zwischenzeitlich kleine Holperer, doch mit dem zweiten Platz nach dem letzten Spieltag haben wir schlussendlich für eine Überraschung gesorgt.“
Janik Loosli (United Lakers Konstanz): „Natürlich startet man als Titelverteidiger mit dem Ziel Titelverteidigung in die Saison. Lange konnte man den guten Schwung aus dem Sommertraining mitnehmen und zeigte überzeugte und geschlossene Teamleistungen. Je länger die Saison andauerte hatten wir mit Verletzten und abwesenden Spielern zu kämpfen, was sich auch direkt an den Spieltagen bemerkbar machte. In der zweiten Saisonhälfte gab man wiederholt Punkte ab und verspielte sich so die den Meistertitel selbst. Dennoch darf man mit dem zweite Platz zufrieden sein und von einer erfolgreichen und gelungenen Saison sprechen. Ebenfalls erfreulich ist, dass die Liga selbst merkliche Fortschritte verzeichnet und die Spiele immer ausgeglichener werden.“
Tom Richardon: (VfL Red Hocks Kaufering 2): „Die Saison ist für uns sehr gut gelaufen. Auch wenn wir nicht alle Spiele mit der gleichen Reihenbesetzung spielen konnten und durchrotieren mussten, oder vielleicht gerade deswegen, haben wir eine sehr solide Saison gespielt.“

Was habt Ihr Euch für das Wochenende in Kaufering vorgenommen?
Richardon: „Sehr guten Floorball spielen, dann werden wir sehen, was geht um möglichst weit zu kommen.“
Loosli: „Wenn man sich für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert, tritt man natürlich mit dem Ziel Titelgewinn an. Alle Teams starten wieder bei null und jeder hat es selbst in der Hand wie das Wochenende verläuft.“
Kechele: „Unser Ziel ist es unsere bestmögliche Leistung abzurufen und zu spannenden Spielen beizutragen.“
Jesch: „Da wir unsere Gegner nicht kennen und noch nie zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden bestritten haben, wäre es reine Spekulation, ein bestimmtes Ergebnis als Ziel festzulegen. Wir haben einen gemischten Kader: Unser jüngster Spieler ist noch nicht einmal 14, der älteste gerade 42 geworden. Einige haben schon in der Bundesliga Tore geschossen, andere spielen ihre erste Saison auf dem Großfeld. Manche sind fast immer beim Training, andere haben mehr Schwierigkeiten, Sport, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Aber wir alle lieben diesen Sport und spielen unheimlich gern zusammen! Ich sage den Jungs immer, dass der Sieg nur ein Nebeneffekt einer guten Leistung und einer tollen Atmosphäre ist. In diesem Sinne ist unser Ziel für dieses Wochenende, gemeinsam eine großartige Zeit zu haben, unser Bestes zu geben und hinterher nichts zu bereuen! Wir wollen diese fantastische Saison gemeinsam feiern.“

Im Halbfinale treffen Schriesheim und Nordheim sowie Kaufering und Konstanz aufeinander. Worauf stellt Ihr Euch in diesem Spiel und auch darüber hinaus ein?
Kechele: „Kaufering kennen wir natürlich aus der Liga. Durch die Auflösung der Schriesheimer Bundesligamannschaft liest man diese Saison einige Namen von Spielern mit Erstligaligaerfahrung in der Regionalliga BW. Zudem kennt man einige Gesichter aus vergangenen SDMs auf dem Kleinfeld. Mit Konstanz hatten wir, damals noch als SG mit Augsburg, schon zweimal das Vergnügen (Bilanz: ein Sieg, eine Niederlage).“
Jesch: „Abgesehen von den Ergebnissen im Saisonmanager wissen wir nicht viel. Das letzte Mal, dass einige von uns bei der SDM gegen Teams aus Bayern spielten, war 2022, als wir deutlich gegen Augsburg verloren haben. Aber das war eine ganz andere Mannschaft – eine SG mit Mannheim während unserer ersten Saison auf dem Großfeld. Wir wissen, dass die Liga in Bayern diese Saison sehr umkämpft war, daher sind die Teams an enge Spiele gewöhnt. Generell ist das Niveau in Bayern tendenziell etwas höher und das Spiel körperbetonter. Der SDM-Titel ist schon länger nicht mehr nach Baden-Württemberg gegangen. Wir werden unser Bestes geben, um diese Serie zu beenden!“
Loosli: „Kaufering ist uns aus vergangenen Duellen bestens bekannt. Jeder, der die Saison in Bayern verfolgt hat, hat bemerkt wie dominant Kaufering erneut zu Meisterschaft marschiert ist. Wir erwarten erneut eine spielstarke Mannschaft welche gerne mit Ballbesitz agiert und lieber die Kontrolle als Chaos hat. Ich erwarte ein schnelles aber dennoch taktisches Spiel von beiden Teams. Es wird jedenfalls eine spannende Affiche. Nordheim ist uns ebenfalls gut bekannt aus vergangenen Jahren. Auch der SVN hat erneut gezeigt weshalb sie sich serienmäßig für die Süddeutsche Meisterschaft qualifizieren. In den letzten Jahren war Nordheim stets ein Gegner, welcher versuchte, hat defensiv kompakt und hart zu spielen. Offensiv war Nordheim mit starken Abschlussspielern brandgefährlich und konnte auch entgegen eines Spielverlaufs mit einer Führung in den Pausentee gehen. Schriesheim ist uns bestens bekannt aus der Regionalliga. In den letzten Jahren wurden stetig junge Spieler in die Mannschaft integriert, welche es schnell verstanden die taktischen Vorgaben umzusetzen. Durch die Abmeldung des Bundesligateams finden sich nun auch ein paar ehemalige Spieler in der Aufstellung von Schriesheim, was natürlich ebenfalls für einen Qualitätsanstieg sorgt. Schriesheim wir strukturiert agieren und versuchen den Gameplan von A-Z durchzuziehen.“
Richardon: „Über Schriesheim wissen wir leider recht wenig. Konstanz ist uns aus den letzten Süddeutschen Meisterschaften sehr gut bekannt und daher erwarten wir ein schnelles, spannendes Spiel. Nordheim ist aus der Liga bekannt; sollten wir aufeinandertreffen, wird auch dieses Spiel ein intensives werden.“

Sind zum Saisonhighlight alle bei Euch an Bord?
Loosli: „Wir treten ähnlich wie in den vergangenen Jahren an. Wir haben einen soliden Grundkern von erfahrenen Spieler, welcher weiß was es für Titelgewinne braucht. Dazu bringen wir junge hungrige Spieler mit, welche befreit aufspielen können. Wir werden voraussichtlich zwei ausgeglichene Linien stellen können. Für eine dritte Linie reicht es aufgrund diverser Langzeitverletzter nicht.“
Jesch: „Wir reisen mit 17+2 Spielern an, also mit einem fast kompletten Kader. Die Aufstellung steht schon länger fest, was die Vorbereitung erleichtert hat. Trotzdem werden einige Spieler fehlen, die es verdient hätten, Teil dieses Events zu sein. Wir werden zwei Nachwuchsspieler vermissen, die an der U15-Süddeutschen Auswahl teilnehmen – ein unglücklicher Zufall im Terminkalender. Auch Florentin Wölfer, der in den letzten Jahren viel für den Erfolg und die Entwicklung dieser Mannschaft geleistet hat, muss zu Hause bleiben und sich auf sein Abitur vorbereiten. Wir werden ihn sicher vermissen, aber die Schule hat Vorrang!“
Kechele: „Leider müssen wir auf den ein oder anderen Leistungsträger verzichten. Trotzdem werden wir alles reinwerfen, um bestmöglich zu performen.“
Richardon: „Wenn bis zum Wochenende alle fit bleiben, werden wir mit einem breiten Kader aus ‚jungen Wilden‘ und Routiniers ein gut aufgestelltes Team aufbieten können.“

Beitragsfoto: Börsch

