Bayern – Das Rennen um den zweiten Startplatz bei der Süddeutschen Meisterschaft ist auf die unbefriedigendste mögliche Art entschieden worden – nämlich abseits des Spielfelds. Offen ist noch die Frage nach der Vizemeisterschaft. Auch bei den Platzierungen im Tabellenmittelfeld ist nach dem vorletzten Spieltag in der floorballshop.com Regionalliga Bayern noch alles drin.
SV Nordheim vs. FBC München 2
Das Duell versprach eine wichtige Wegetappe zu werden: Dem Sieger winkte nicht weniger als die Poleposition für Platz zwei. So kam es auch, doch der Ball rollte erst gar nicht. Denn der FBC trat aus einem Mangel an Spielern nicht an. „Das ist tatsächlich übel“, bedauert Sören Krieger. Doch habe er das verbliebene einsatzbereite Team vor Verletzungen schützen wollen.
Schon Ende Januar sei die Personaldecke arg dünn gewesen, erinnert der Spielertrainer. Damals zog man durch, hatte dann aber eine weitere schwere Verletzung zu beklagen. „Vielleicht hätte es diese auch unter anderen Umständen gegeben, aber die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, dass die Überbelastung daran einen Anteil hatte.“ Auch der Versuch, den Kader weiter zu ergänzen, habe nicht das erhoffte Ergebnis gebracht.
Er bitte um Entschuldigung, wendet sich Krieger insbesondere an Gastgeber und Gegner Nordheim, den Verband sowie die übrige Ligakonkurrenz. „Ein Spiel absagen zu müssen, tut natürlich sehr weh, auch wir nehmen uns damit die Möglichkeit die Süddeutschen Meisterschaften noch zu erreichen.“ Als Trainer stehe die Gesundheit der Spieler aber an erster Stelle.
Der SV Nordheim ist damit sicher für die süddeutsche Regionalligameisterschaft qualifiziert, die am 25./26. April in Kaufering stattfindet. Zwar hat die SG Amendingen/Puchheim noch alle Chancen auf die Vizemeisterschaft, ein sportliches Startrecht für das Final Four würde man aber verfallen lassen, bestätigt Andreas Karg: „Wir würden nicht teilnehmen.“
Lumberjacks Rohrdorf vs. Panther Regensburg

Bis kurz vor der ersten Pause schienen die Lumberjacks alles im Griff zu haben. Daniel Nustedt (11.), Jannis Heil (16.) und Oliver Beer (17.) schossen bereits ein 3:0 heraus. Dann aber setzte ein Treffer von Johanna Butt 14 Sekunden vor der Drittelsirene einen wilden Schlagabtausch in Gang.
Im letzten Aufeinandertreffen sei man an einer deftigen Abreibung hauptsächlich vorbeigekommen, weil Rohrdorf den Fuß vom Gaspedal nahm, erinnert Panther-Sprecher Daniel Hollerauer. Diesmal habe man sich mehr ausgerechnet. „Zu der jetzigen Phase der Saison ist das Ergebnis für uns ohnehin zweitrangig.“ Sein Team habe einfach nochmal alles geben und sich teuer verkaufen wollen.
Das klappte gut. „Im Gegensatz zum Hinspiel sind wir dieses Mal nicht eingebrochen.“ Beer erhöhte noch auf 4:1, dann starteten die Panther einen bisher noch nicht gekannten Lauf: Butt (27.), ein Eigentor (32.) und Clemens Spitzenberg (34.) stellten auf 4:4. Und nur fünf Sekunden nach dem Ausgleich traf Daniel Böhme zur Führung. Florian Faltermeier (38.) hatten es die Rohrdorfer zu verdanken, dass es nicht in Rückstand liegend in die Kabine ging. „Leider hielt unsere Führung nicht allzu lange, dennoch haben wir insbesondere nach zwei Dritteln ein völlig offenes Spiel gehabt“, schildert Hollerauer.
Für den großen Wurf sei dann jedoch die eigene Fehlerquote wieder zu hoch gewesen. Valentin Coric (44.) und Faltermeier (49.) brachten den Vorteil zurück auf Rohrdorfer Seite, näher als bis auf ein Tor kam Regensburg nicht mehr heran. Beim Stand von 9:8 war Schluss. „Rohrdorf war einfach dieses eine Tor besser war als wir“, erkennt Hollerauer an.
SG Amendingen/Puchheim vs. FBC München 3

Nicht ganz so auf Kante genäht wie die Zweite, aber dennoch erneut in Unterbesetzung trat der FBC 3 an. Hinten sicher, nach vorne zackig – so das in diesen Fällen bewährte Mittel. An der Umsetzung habe es aber gehapert, fasst Münchens Trainer Sönke Grimpen zusammen. Defensiv habe es an Sattelfestigkeit gefehlt, offensiv ging inmitten des konsequenten gegnerischen Drucks nicht allzu viel.
Dem Rückstand, der zu Beginn des Mitteldrittels auf der Anzeigetafel stand – für die SG hatten Michael Ruepp (3.) und Maximilian Hager (11.) getroffen, für den FBC zwischenzeitlich Martin Hempfling (8.) – wollten die Landeshauptstädter mit einigen Anpassungen begegnen. „Das brachte ein wenig mehr Stabilität, allerdings zeigten sich schon Müdigkeitserscheinungen“, so Grimpen. Hannes Priller (24.) erhöhte.
Im letzten Durchgang brachen dann alle Dämme. Nach zweieinhalb Minuten hatte die SG schon auf 7:1 gestellt. Ein Drittel zum Vergessen, findet Grimpen, nachdem das Resultat schlussendlich auf ein unbarmherziges 12:1 anwuchs. Einmal mehr habe sich bewahrheitet, „dass man, wenn man nicht als Team zusammenarbeitet, verliert“.
PSV München Wikinger vs. VfL Red Hocks Kaufering 2

Anfangs habe sich sein Team schwer getan in Tritt zu kommen, findet PSV-Spielertrainer René Ghigani-Braun. Die Folge: Durch Comebacker Dennis Häringer (4.), Tom Zöllner (10.) und einen Dreierpack von Ronja Trieb (11., 16., 17.) stellte der Favorit rasch auf 0:5. Offener sei das Spiel aus Wikinger-Sicht dann trotz weiterhin herrschenden Kauferinger Feldvorteilen erst im zweiten und dritten Drittel geworden. Ghigani-Braun selbst (38.), Marvin Gabler (45.) und Dominik Jaumann (53.) brachten die Münchener auf die Anzeigetafel, für Kaufering jubelten noch Lukas Trieb (24., 46.), Jonas Rubenwolf (33.), Steff Bergmair (45.) und Justus Wende (52.).
„Größtenteils haben wir so kontrolliert gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten“, kommentiert Kauferings Lorenz Haslinger. Körperlich habe man gut dagegen gehalten, die Konterabsicherung habe weitestgehend gegriffen. Nun gelte es weiter dranzubleiben.

Ausblick
Am kommenden Sonntag treffen sich alle Teams zum letzten Spieltag in Kaufering. Das Duell zwischen Rohrdorf und dem FBC München 2 (10 Uhr) gibt Auskunft über die abschließende Platzierung im Tabellenmittelfeld. Beim Aufeinandertreffen der Wikinger München mit dem SV Nordheim (12.15 Uhr) sowie des FBC München 3 mit den Panthern Regensburg (14.30 Uhr) sind die Rollen – zumindest der Tabelle nach – klar verteilt. Ein letztes Spitzenspiel liefern sich dann noch die gastgebenden Red Hocks und die SG Amendingen/Puchheim (16.45 Uhr).
Beitragsfoto: Zaus/Lumberjacks (Archiv)

