Bayern – Die Playoffs sind eingetütet, durch einen 5:3-Sieg über Wernigerode und ein 9:7-gegen Halle machen die Red Hocks Kaufering und der FBC München den Einzug klar. Tags darauf unterliegen die Schanzer Ducks des ESV Ingolstadt in Quedlinburg bei einem irren Schlagabtausch mit 15:10.
FBC München vs. USV Halle Saalebiber
„Wir wussten nicht wirklich, wie Halle das Spiel angehen würde“, schildert FBC-Coach Fredrik-Ekvall. Die Vorzeichen waren uneindeutig, doch rasch sei klar geworden, dass das Gros an Ballbesitz wohl bei seinem Team liegen würde. „Genutzt haben wir das nicht optimal.“
Zu oft sei seine Mannschaft in den Ecken hängen geblieben, zu selten habe man sich durch Seitenverlagerungen Platz verschafft. Die Folge war ein zähes Auftaktdrittel, in dem Kai Finkenwirth zwar nach einem Gestocher vorlegte (5.), Vincent Bachmann (10.) aber ausglich. Mehr tat sich bis dahin nicht auf der Anzeigetafel.
In Durchgang zwei habe man die Gäste dann cleverer beschäftigt, lobt Ekvall. Dass Federico Vanoni nach schöner Kombination (22.), Mikuláš Nebrensky aus kurzer Distanz (23.), Julian Rüger nach eigener Balleroberung (23.) und erneut Vanoni (26.) rasch ein 5:2 herausschossen, sei der verdiente Lohn gewesen. Für Halle hatte zwischenzeitlich Ligatopscorer Jonas Knofe verkürzt (23.).
„Dann aber haben wir unseren Fokus verloren und dachte, das Spiel sei gelaufen“, bemängelt der Coach des FBC. Halle kam durch Max Fallei (27.) und Janosch Fuchs (31.) zurück ins Spiel: „unnötig“. Durch Yannik Zölzer brachten die Gastgeber aber eine Zwei-Tore-Führung beim Stand von 6:4 in die Kabine.
Der Schlussabschnitt begann mit einer Strafe samt Gegentor durch Fuchs (44.) und dem Ausgleich durch Knofe (47.) nicht optimal. Sei Gefühl sei aber nicht schlecht gewesen, so Ekvall, der sich fortan bestätigt fühlen durfte. Treffer von Torben Kleinhans, schön vorbereitet von Youngster Martin Hempfling, (48.), Finkenwirth (52.) und Yannik Zölzer (57.) brachten den Sieg; Halle schnupperte nur kurz dank Fuchs (55.) noch einmal heran. Beim Stand von 9:7 war Schluss.
„Ich denke, das Spiel war insgesamt aus unserer Sicht in Ordnung“, bilanziert Ekvall. „Wir haben hohe Höhen, aber auch etwas tiefere Tiefen, und daran müssen wir weiter arbeiten.“
VfL Red Hocks Kaufering vs. Red Devils Wernigerode
Defensiv seien die Gäste eine harte Nuss gewesen, sahen Kauferings Trainer Henrik Nordström und Topscorer Tobias Hutter bestätigt, was die Red Hocks schon vor dem Spiel über Wernigerode zu wissen glaubten: „Sie haben das ganze Spiel über wirklich gut verteidigt“, erkennt der Coach der Lechfloorballer an.
Zwar verzeichnete sein Team im ersten Drittel erwartungsgemäß ein Plus an Ballbesitz und einzelne gute Chancen, zur Führung reichte das aber nicht. Stattdessen nutzten die Gäste ein Powerplay durch Marvin Selzer zum 0:1 (20.). „Wir hatten wenig Platz und deshalb kam es auf die Details an“, so Nordström.
Umso wichtiger war es für sein Team, dass Calli Rieß den Knoten bereits 23 Sekunden nach Wiederanpfiff platzen ließ. Jeremias Probst (24.), Johannes Probst (29.) und Benedikt Föhr (34.) legten nach – allen vier Treffern der Red Hocks war ein Freischlag vorausgegangen. „Das hat heute sehr gut funktioniert“, lobt Kauferings Trainer. Eine erneute Strafe gegen die Gastgeber nutzte Wernigerodes Veteran Voijta Krupicka aber (40.), um die Red Devils im Spiel zu halten.
Noch ernsthafter in Gefahr geriet die Kauferinger Führung dann in der 48. Minute: Ein Abschluss Florian Hellmunds trudelte in Richtung Netz, trotz Protesten von Schlussmann Dominik Bürger stand es nur noch 4:3. „Ob der drin war – da bin ich mir wirklich unsicher“, so Nordström.
Die Hausherren standen dennoch weiterhin weitgehend sicher – und zeigten sich hernach im Powerplay abgezockt: Tobias Hutter entdeckte Gregor Denk, der aus kurzer Distanz einen Haken hinter das Spiel setzte (58.). „Insgesamt haben wir es gut gemacht“, fasst der Vorlagengeber die Partie zusammen. Gewarnt gewesen sei man insbesondere vor den gegnerischen Tempogegenstößen – diese habe man weitgehend im Griff gehabt. „Trotz einigen Ausfällen war es ein ordentliches Spiel.“ Dass Marco Tobisch, Miro Akerlund und Daniel Wipfler fehlten, habe es nicht leichter gemacht. Außerdem schmerzte die Abwesenheit von Toni Lahtinen. Zwar bestätigten die Regelhüter des Verbands schon am Mittwoch, dass seine rote Karte in Ingolstadt wohl keine war, das zuständige Gremium hatte bis zum Samstag aber immer noch keine Entscheidung gefällt.
Hutter will in den vielen notwendigen Personalrochaden aber auch etwas Positives sehen: „Dass die Reihen ein wenig durcheinander gewürfelt werden musste, war in Hinblick auf die Playoffs vielleicht gar nicht schlecht.“ Diese haben die Red Hocks nun nämlich endgültig gebucht.
TSG Füchse Quedlinburg vs. ESV Ingolstadt Schanzer Ducks
Auf einen kleinen Nerventest hatten sich die Schanzer Ducks eingestellt. „Schon das Hinspiel war sehr nicklig und aufgeheizt“, erinnert sich Coach Johannes Schönmeier. Damals hatte sich sein ESV stark zurückgekämpft – und auch diesmal sollte es der Spielverlauf in sich haben.
Drittelergebnisse von 6:5, 4:3 und 5:2 endeten in einem wilden 15:10-Endergebnis. „Offensiv gesehen kann man mit zehn geschossenen Toren durchaus auch positiv auf das Spiel blicken“, schon Schönmeier, „und nach meiner Auffassung muss das normalerweise auch reichenzu gewinnen“. Tat es aber nicht.
Zu oft entblößten die Schanzer Ducks bei aller Offensiv-Euphorie ihre Mitte. Der Entenstall stand gegen die Füchse sperrangelweit offen. „Das hat Quedlinburg zu zahlreichen Toren eingeladen“, hadert Schönmeier. Allein Toni Henneberg, Gary Blume und Tom Fiedler trafen fünf- bzw. viermal für die TSG. Teils schepperte es binnen weniger Sekunden hüben wie drüben, das Spielsekretariat bekam einiges zu tun. Doch waren die Schanzer eben die Spur sorgloser. „Noch dazu haben wir uns durch die Atmosphäre etwas zu viel mitreißen lassen, was am Ende den Ausschlag gegeben hat im letzten Drittel“, findet Schönmeier.
In dieses war es beim Stand von 10:8 gegangen und nur fünf Sekunden nach Wiederanpfiff hatte David Kraus schon den erneuten Anschluss hergestellt. Henneberg erhöhte wieder (41.), doch erneut verkürzte Kraus (51.). Dann aber musste Ingolstadt abreißen lassen.
„Die bittere Wahrheit ist dann leider auch, dass bei 15 kassierten Gegentoren zehn eigene Tore für einen Sieg nicht reichen“, so Schönmeier. „Durchaus ärgerlich, da wirzu jeder Zeit durchaus ebenbürtig mithalten konnten.“

Ausblick
Den Schanzer Ducks steht am nächsten Wochenende nun das nächste bayerische Derby bevor, diesmal empfangen sie am Samstag den FBC München (18 Uhr). „Wir wollen mit derselben Energie auftreten wie gegen Kaufering“, freut sich Schönmeier. Sein Team werde alles reinwerfen, „um das Derby so ausgeglichen wie möglich zu gestalten und München vor Probleme zu stellen.“ Sein FBC freue sich auf zwei spannende Derbys zum Abschluss der regulären Saison, blickt indessen Ekvall voraus, dessen Münchener dann am Wochenende darauf auch noch in Kaufering gastieren. Die Bühne sei bereitet für den Saisonendspurt, pflichtet Kauferings Trainer Nordström bei. Die Red Hocks treten am Samstag (16 Uhr) in Döbeln an.
Beitragsfoto: Wernthaler

