Sportfachverband des BLSV
Floorball Verband Bayern e.V.

2. FBL: So lief das bayerische Wochenende (Spieltag 15)

Bayern – Rote Karten sind im Floorball eine echte Seltenheit – im Duell zwischen den Schanzer Ducks des ESV Ingolstadt und den Red Hocks Kaufering gab es gleich für beide Teams jeweils eine. Allerdings: Berechtigt gewesen sei keine davon, findet Gästetrainer Henrik Nordström. Johannes Schönmeier, sein Kollege auf Seiten der Gastgeber, sieht es etwas differenzierter. Am Ende eines umkämpften Spiels setzte sich der Spitzenreiter, der eine Drangphase zu Beginn des zweiten Durchgangs eiskalt ausnutzte, mit 1:6 durch. Mit etwas Verzögerung in die Gänge gekommen ist derweil der FBC München bei den Red Devils Wernigerode. Der schlussendlich hochverdiente 1:5-Sieg bringt drei Spieltage vor der Zielgeraden ein deutliches Polster zwischen das bayerische Topduo und sein Verfolgerfeld.

ESV Ingolstadt Schanzer Ducks vs. VfL Red Hocks Kaufering

 

Dass sich seine Mannschaft zu deutliche Durchhänger erlaube, in denen sie Spiele aus der Hand gibt, hatte ESV-Coach Schönmeier schon zuletzt konstatiert. Diesmal erwischte es die Schanzer zu Beginn des Mitteldrittels. Innerhalb von nicht einmal zwei Minuten bauten die Red Hocks ihre Ein-Tor-Führung auf 0:5 aus.

 

Zuvor waren sich beide Teams weitgehend auf Augenhöhe begegnet. „Ingolstadt kam kampfbereit auf das Feld und die erste Halbzeit war ziemlich intensiv“, schildert Nordström. „Wir waren körperlich extrem präsent, konnten wichtige Blocks setzen und hin und wieder offensiv gefährlich werden“, sah Schönmeier seinen Plan bis dahin aufgehen. Seinen Ducks sei klar gewesen, dass das Plus an Ballbesitz beim Tabellenführer liegen werde. „Deshalb lag der Fokus auf unserer Defensive, auf dem Auslösen gegen Kauferings aggressives Pressing und eigene offensive Nadelstiche.“ Das einzige Tor des ersten Drittels erzielte Daniel Wipfler, nachdem er sich in der Mitte etwas Platz verschafft hatte (13.).

 

Daniel Wipflers 1:0 für die Red Hocks beruhigte das erste Drittel merklich. Insgesamt kam der Allrounder auf zwei Treffer und eine Vorlage. (Foto: Finkenzeller)

Nach dem ersten Gang in die Kabine brachen dann kurz die Dämme beim ESV. „Kaufering hat unsere sehr schwache Phase im Stile einer Spitzenmannschaft abgestraft“, sah Schönmeier seine Ducks zu diesem Zeitpunkt immer zwei Schritte zu spät. „Unsere kleinen Anpassungen in der Pause erzielten sofort Ergebnisse“, freut sich indes Nordström. Den Knoten zum Platzen brachte Tobias Hutter, der gedankenschnell Calli Rieß bediente, sodass dieser aus kurzer Distanz traf (21.). Kurz danach nutzten die Red Hocks hohe Ballgewinne: Johannes Probst (22.), Benedikt Föhr (22.) und Marco Tobisch (22.) netzten ein. „Danach haben wir uns wesentlich mehr gefangen und haben wieder etwas mehr die Zweikämpfe angenommen“, findet Schönmeier.

 

Das letzte Drittel sei dann ein offener Schlagabtausch mit einigen Chancen auf beiden Seiten gewesen, so der ESV-Coach. „Die Stimmung in der Halle und auf den Bänken war durchaus auch eines Derbys würdig.“ Wipfler (45.) traf nochmal aus der Distanz, gut eine Minute vor der Schlusssirene steuerte Michael Bachmann im Powerplay den Ehrentreffer für die Gastgeber bei.

 

„Alles in allem bin ich mit unserer Leistung zufrieden, vor allem angesichts der chaotischen zweiten Spielhälfte“, fasst Kauferings Trainer Nordström zusammen. Seinem Geschmack nach sei das Schiedsrichterduo hier zu übereifrig gewesen. „Wir hätten das Spiel auch ohne rote Karten über die Bühne bringen können, denn für beide gab es keinen Grund.“ Zunächst erwischte es Toni Lahtinen „aus heiterem Himmel“, so Nordström, als dessen Schläger nach einem Rempler in seinen Rücken in den Laufweg seines Gegenspielers geriet (29.). „Für mich war das eher ein Haken als eine Tätlichkeit, weswegen ich das etwas überzogen fand“, ordnet Schönmeier ein.

 

In der 53. Minute endete die Partie dann für Nico Willkomm vorzeitig, dessen Ellbogen im Duell an der Bande das Gesicht von Kauferings Verteidiger Joe Föhr traf. „Diese Entscheidung kann ich durchaus nachvollziehen, nachdem ich mir das Video nochmal angeschaut habe“, so der ESV-Coach. „Ich hätte mir nur gewünscht, dass im weiteren Verlauf die Verhältnismäßigkeit gegeben gewesen wäre.“ „Es war ein Derby, es war intensiv“ – giftig sei es aber nie gewesen, findet Nordström. „Lasst uns einfach spielen.“

 

Seinen Red Hocks ist die Playoff-Teilnahme nach diesem Wochenende nur noch rechnerisch zu nehmen, am Samstag empfangen die Kauferinger die viertplatzierten Red Devils Wernigerode im Sportzentrum (18 Uhr). Ingolstadt seinerseits tritt am Sonntag (16 Uhr) in Quedlinburg an. „Das verspricht durchaus nochmal eine Probe in einer hitzigen Atmosphäre zu werden“, so Schönmeier. „Wir wollen aus den letzten Spielen das Maximum rausholen.“

 

Aus Gründen der Transparenz: Der Autor dieses Artikels war als Teil des Kauferinger Trainerteams involviert.

 

Red Devils Wernigerode vs. FBC München

 

Maxim Zhushman und der FBC München verteidigten in Wernigerode überaus aufmerksam. (Foto: Wernthaler/Archiv)

Drei Wochen Pause hatte der FBC München zuletzt. Das Unterfangen, in Wernigerode schnell wieder auf Touren zu kommen, wurde aber durch Turbulenzen auf der Anreise erschwert – die Verkehrslage auf dem Weg zur Halle setzte die Spielvorbereitung unter Zeitdruck. „Unter diesen Umständen war es vielleicht nicht so verwunderlich, dass es so aussah, wie es aussah“, fasst Coach Fredrik Ekvall zusammen.

 

Dass die Red Devils im eigenen Haus Beton anrührten, habe seinem Team gar nicht geschmeckt. Zu oft seien schlechte Entscheidungen getroffen worden, zu häufig wurde der Pass zum Mitspieler übersehen. „Ich glaube, wir haben noch nie so viele Schüsse von außen oder zugestellter Position abgefeuert, wie in der ersten Hälfte des Spiels.“ Dennoch: Für das ein oder andere Tor hätte es schon reichen müssen – tat es aber nicht. Die Red Devils verwerteten einen ihrer Angriffe durch Ligatoptorschütze Paul Sundt (19.), weitere Tore gab es bis tief hinein ins zweite Drittel nicht.

 

Doch schon zu Beginn des Mittelabschnitts habe sich gezeigt, dass die Pausenansprache Wirkung zeigte, lobt Ekvall. „Wir haben es den Gegnern sowohl mit als auch ohne Ball viel schwerer gemacht, haben mehr Zweikämpfe gewonnen, die Konter unterbunden und den Ball bewegt.“ Kai Finkenwirth nutzte ein Vier-gegen-Drei (34.) und noch reichlicher belohnt wurde die Münchener Trendwende dann im Schlussdrittel.

 

„Wernigerode wurde müde, während wir einfach weitergemacht haben“, freut sich der FBC-Coach. Die erstmalige Führung – und den Siegtreffer – erzielte Asko Heinaro mit einem verdeckten Distanzschuss (54.). Eine knappe halbe Minute später erhöhte Julian Klados (54.) nach einer schönen Kombination mit seinem Premierentreffer auf 1:3. Nachdem dann auch noch Sebastian Unterberger in Unterzahl (46.) nach einem langen Ball auf 1:4 stellte, war die Sache entschieden. Per Freischlagvariante besorgte Unterberger (58.) dann auch noch den Endstand.

 

Drei Spiele vor der Ziellinie ist der FBC mit acht Punkten Vorsprung auf Halle noch nicht endgültig durch – die Playoffteilnahme soll dann aber am Samstag zuhause im direkten Duell mit den Saalebibern (18 Uhr) klargemacht werden. Danach stehen den Münchenern gleich zwei Bayern-Derby bevor. „Wir freuen uns auf einen spannenden Saisonabschluss“, schaut Ekvall voraus.

 

 

 

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