Sportfachverband des BLSV
Floorball Verband Bayern e.V.

2. FBL: So lief das bayerische Wochenende (Spieltag 14)

Bayern – Einen Pflichtsieg gegen den zum wiederholten Male in absoluter Minimalbesetzung angetretenen Zweitligaletzten Rennsteig Avalanche haben die Red Hocks Kaufering am Sonntag eingefahren. Nach einem ganz schwachen zweiten Drittel berappelten sich die Lechfloorballer im Schlussabschnitt. Lohn für den 11:3-Erfolg war der Sprung zurück an die Tabellenspitze. Der ESV Ingolstadt hat das rettende Ufer im Kampf um den Klassenerhalt bereits in Sicht, doch das Restprogramm ist schwer – und somit auch der Griff nach weiteren Punkten. In Wenigerode war nichts zu holen, die Schanzer Ducks unterlagen mit 5:7. Der FBC München hatte spielfrei.

 

VfL Red Hocks Kaufering vs. Rennsteig Avalanche

 

Dass etwas gerade nicht rund läuft, war den Kauferinger Gesichtern beim Gang in die zweite Pause deutlich abzulesen. Nach einem ordentlichen ersten Abschnitt, in dem Gregor Denk (7.), Miro Akerlund (12.) und erneut Denk (12.) zwar ein 3:0 herausschossen, der aber in Sachen Effizienz und auch defensiver Aufmerksamkeit noch Luft nach oben ließ, zeigten sich die Hausherren im mittleren Durchgang völlig von der Rolle. „Das war wahrscheinlich unser bisher schlechtestes Drittel der ganzen Saison“, findet Kauferings Trainer Henrik Nordström. „Wir haben viel zu lange gebraucht, um Entscheidungen zu treffen, und dadurch jeglichen Schwung und Tempo verloren.“

 

Erst nutzte Avalanche-Toptorschütze Jan Faldus (26.) einen herben Fehlpass der Red Hocks. Wenige Sekunden nachdem ein Distanzschuss von Tobias Hutter zum 4:1 ins Gästetor getrudelt war (33.), verteidigten die Kauferinger einen Freischlag zu fahrig und Jan Janecek (33.) verkürzte. In den Folgeminuten bis zur zweiten Sirene brannte es nun mehrfach mangels defensiver Absicherung lichterloh; Torhüter Felix Schröppel brachte den Vorsprung mit mehreren starken Rettungstaten in die Kabine.

 

„Glücklicherweise sind wir im dritten Drittel aufgewacht, hatten einen guten Start und konnten unsere Spielqualität steigern“, schnauft Nordström durch. Calli Rieß nach nur acht Sekunden, Daniel Wipfler (41.) und John Blümke (42.) stellten binnen eineinhalb Minuten auf 7:2. Offensiv gelang es den Red Hocks nun besser, die mit nur sechs Feldspielern angetretene Avalanche vor Probleme zu stellen. Defensiv zeigten sich die Kauferinger aber erneut zu oft zu unbekümmert. Hutter (47.), Toni Lahtinen per Powerplay-Schlagschuss (52.), erneut Hutter (59.) und Benedikt Föhr (60.) trafen noch für die Red Hocks, Vaclav Veverka für die Gäste (60.), dann war Schluss.

 

„Am Ende haben wir die drei Punkte geholt, was das Wichtigste ist“, so Nordström. „Die heutige Leistung war zwar nicht unsere beste, aber dennoch gut genug, um zu gewinnen.“

 

Red Devils Wernigerode vs. ESV Ingolstadt Schanzer Ducks

 

In weiter Ferne lag ein Ingolstädter Punktgewinn in Wernigerode eigentlich nicht. Doch zum wiederholten Mal stutzte eine herbe Schwächephase den Ducks die Flügel. Anfangs bewiesen Tim Rossié (17.) und Simon Demmel (19.) noch den richtigen Riecher, als sie die 2:0-Führung der Gastgeber, herausgeschossen durch Hendrik Ratsch (10., 16.), ausglichen. Echte Vorteile habe sich keines der beiden Teams im Startdrittel erarbeiten können, fasst ESV-Trainer Johannes Schönmeier zusammen. Bedauerlich seien die zwei Kontertore der Devils gewesen, denn genau diese Gefahr sei schon vorab angesprochen worden. Dennoch: „Wichtig war unsere Antwort in dem Drittel relativ schnell zu geben“. Das klappte, das 2:2 zur Pause sei verdient gewesen.

 

Doch im zweiten Drittel gaben die ein ums andere Mal zu luftig sortierten Ingolstädter das Spiel aus der Hand. „Wie so oft“, habe sich sein Team eine sehr schlechte Phase geleistet, bedauert Schönmeier. „Wir sind zu viel von unserem Plan abgerückt“, blickt der Coach auf die nun zu Tage getretene Mängelliste: „keine guten Entscheidungen am Ball, mangelhafte Kommunikation, zu viele Lücken, keine gute Chancenverwertung“. Wernigerode nutzte das gnadenlos aus. Lukas Kastner (21.) sorgte nach Wiederanpfiff für einen Blitzstart der Gastgeber, danach erhöhten Paul Sundt (33.), Marvin Selzer (36.) und erneut Ligatoptorschütze Sundt (39.) mit Saisontreffer Nummer 37 auf 6:2.

 

Im Schlussdrittel legte legte Lukas Kastners 7:2 (45./PP) kurz vor Ablauf einer Ingolstädter Strafe die Latte für eine Aufholjagd der Ducks nochmals höher. Diese kam zwar noch; mehr als Ergebniskosmetik richteten Viererpacker Rossié (50./PP, 51., 60./PP) und seine Teamkollegen an diesem Tag jedoch nicht mehr aus. „Wir haben nochmal angeklopft, die Hypothek aus dem zweiten Drittel war aber zu groß und Wernigerode hat es clever verteidigt“, bilanziert Schönmeier.

 

„Ich könnte hier wieder mal das Lob ansetzen dass wir uns nicht aufgegeben haben oder unsere Personaldecke mit zwei Goalies und elf Feldspielern etwas dünner war als sonst.“ Doch sich vor Augen zu führen gelte auch: „Dieses Muster, dass uns meistens ein schlechtes Drittel Spiele komplett an die Wand fährt, ist schon im gesamten Verlauf der Saison auffällig.“

 

 

Ausblick

 

Weiter geht es am kommenden Samstag (18 Uhr) in Ingolstadt mit einem Derby: Die Schanzer Ducks empfangen die Red Hocks. „Wir nehmen die Rolle als Außenseiter durchaus gerne an und werden alles reinwerfen“, so Schönmeier. „Wir wollen viel Feuer in diesem Derbyheimspiel haben und Kaufering fordern!“ Sein dortiger Kollege Norström fordert: „volle Konzentration“. Der FBC München, der an diesem Wochenende spielfrei hatte, ist indes um 15 Uhr in Wernigerode im Einsatz. Die gastgebenden Red Devils sind eines jener Teams, das nach seiner erfolgreichen Ausbeute vom vergangenen Wochenende noch eine der bayerischen Spitzenmannschaften im Playoff-Rennen abfangen könnte.

 

Beitragsfoto: Finkenzeller

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