Sportfachverband des BLSV
Floorball Verband Bayern e.V.

2. FBL: So lief das bayerische Wochenende (Spieltag 11 und 12)

Bayern – Die volle Punkteausbeute haben die bayerischen Teams am Wochenende in sechs Heimspielen eingefahren. Der FBC München und die Red Hocks Kaufering besiegten jeweils die Black Wolves des PSV Dessau und die Eisbären Juniors aus Berlin. Den Schanzer Ducks des ESV Ingolstadt gelangen Big Points gegen die Rennsteig Avalanche und den UHC Döbeln.

ESV Ingolstadt Schanzer Ducks vs. Rennsteig Avalanche

Ein bis in die Schlussphase wildes Spiel, geprägt von Strafzeiten und davon, dass die Hausherren stets vorlegten, ehe die Gäste nachzogen. „Nach der Niederlage gegen Berlin wollten wir unbedingt eine Reaktion zeigen“, umreißt ESV-Coach Johannes Schönmeier. Gegen die erwartet defensiv eingestellte Avalanche sei vor allem in der Konterabsicherung Wachsamkeit gefragt gewesen.

 

Sebastian Heuschmid (3.) und Kapitän David Kraus (4.) eröffneten mit ihren Toren, „danach haben wir aber etwas den Faden verloren“, so Schönmeier. Ein Doppelschlag Vaclav Veverkas (6., 9.) brachte den Tabellenletzten wieder gleichauf. „Man hat allen Spielern angemerkt, dass sie teils schwer verunsichert nach den vergangenen Pleiten waren“, schildert Schönmeier. „Es entwickelte sich ein Spiel gegen uns selbst im Kopf.“ Allerdings verstanden es seine Ducks, sich mit Toren zum richtigen Zeitpunkt über Wasser zu halten. Ein solches war auch Kraus’ 3:2 (18.).

 

Nach Wiederanpfiff war es wieder Kraus (31.), der Jan Janeceks Ausgleich beantwortete (27.). Wenige Minuten und einen Janecek-Treffer später (35.) tat es ihm Michael Bachmann (40.) gleich. Der Treffer des Topscorers sieben Sekunde vor der Sirene sei ganz wichtig gewesen, lobt Schönmeier. „Das gab Schwung für das letzte Drittel.“

 

Dort habe sei Team dann das Plus an Personal und Kräften zu nutzen gewusst. Nachdem Bachmann die erste Zweitoreführung herausgeschossen hatte (47.), verkürzte Veverka zwar noch per Penalty (32.). Treffer von Simon Demmel (46.), Finn Ernst (47.) und Jannik Melchior (60.) brachten den Sieg aber nach Hause.

 

ESV Ingolstadt Schanzer Ducks vs. UHC Döbeln

 

Nach Kellerduell sah dann das Aufeinandertreffen tags darauf mit dem UHC Döbeln aus. „Sehr zweikampflastig, emotional, geprägt von Nickligkeiten“, schildert Schönmeier. Sein Team hatte den Samstagssieg im Rücken, aber auch in den Beinen. Döbeln trat ausgeruht an. „Wir wollten mental voll auf der Höhe sein“, so der ESV-Coach.

 

Die Partie entwickelte sich wie erwartet. Michael Bachmanns Führung (17.) hielt nicht lange, denn kurz danach war die Strafbank voll und das Spielfeld leer. David Treschau nutze den Platz im Vier-gegen-drei zum Ausgleich (20.) – für die Ducks sei das schon ein Dämpfer gewesen, räumt Schönmeier ein.

 

Danach aber habe sein Team das beste Mitteldrittel der Saison geliefert, freut sich der Schanzer-Trainer. „Wir haben den Großteil unserer Zweikämpfe gewonnen, haben hinten kaum was zugelassen und waren gerade in den Powerplays, die uns der Gegner schenkte, höchst effektiv.“ Kraus und Ernst in schneller Abfolge (26.) und zweimal Bachmann im Powerplay (28., 33.) stellten auf 5:1.

 

Entsprechend unerklärlich, dass die Ducks dieses ruhige Wasser nach Wiederanpfiff wieder verließen. „Wir haben viel zu passiv gespielt“, bemängelt Schönmeier, der nach zwei Döbelner Treffern durch Gregor Friedrich Hüttel (43.) und Edwin Rudolph (44.) den ersten kleinen Rettungsring in Form einer Auszeit auswerfen musste. „Danach war etwas mehr Schwung drin, aber Döbeln kam immer näher ran.“ Nämlich durch Niklas Baier (48.) und Rudolph (57.) bis auf 6:5; zwischenzeitlich hatte Luca Scharnagl (45.) das kleine Ingolstädter Polster aufgeschüttelt. „Wir konnten es mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung über die Zeit bringen, waren mental clever, haben uns nicht auf Provokationen eingelassen und konnten stattdessen die Ausbrüche der Gegner konsequent nutzen“, schnauft Schönmeier durch. Felix Melchior machte mit dem 7:5 den Deckel drauf (59.).

 

Dank sechs wichtiger Big Points im Kampf um den Klassenerhalt sieht die Ingolstädter Lage nach diesem Wochenende deutlich freundlicher aus als davor. „Wir haben aus dem Hinspiel eine offene Rechnung und wollen uns für die deftige Pleite (8:19, d. Red.) sehr gerne revanchieren“, blicken Schönmeier und die Ducks nun bereits auf die nächste Aufgabe am kommenden Samstag zuhause (18 Uhr).

 

VfL Red Hocks Kaufering vs. Eisbären Juniors Berlin

 

Mit fünf Treffern war Calli Rieß Kauferings erfolgreichster Torschütze am Wochenende. (Foto: Finkenzeller)

Gegen Berlin war die Entscheidung schnell zugunsten Kauferings gefallen. „Wir hatten einen starken Start, viel Ballbesitz und haben Tor um Tor geschossen“, fasst Trainer Henrik Nordström zusammen. Calli Rieß (4., 12., 18.), Jeremias Probst (6.), Ferdinand Reichenberger (8.), Benedikt Föhr (11.) und Jonathan Krevet (17./UZ) stellten noch vor der ersten Pausensirene auf 7:0. „Wir wollten kontrolliert spielen, Ball und Gegner laufen lassen“, schildert Angreifer John Blümke. Das hohe Zwischenergebnis sei dann die logische Konsequenz aus einer Vielzahl an Chancen gewesen. Immer wieder deckten er und seine Mitspieler vernachlässigte Räume vor dem Berliner Tor auf – insbesondere Rieß kam so zu erfolgreichen Abschlüssen.

 

In der Folge ebbte die Torflut aber etwas ab. Die Gäste seien fortan um Schadensbegrenzung bemüht gewesen und wählten eine noch zurückgezogenere Spielweise, erklärt Nordström. Benedikt Föhr im zweiten Drittel (36.) sowie im Schlussdurchgang Dominik Thiel (58.) und Calli Rieß (59.) machten es noch zweistellig. „Wir haben unser Spiel über die gesamte Dauer durchgezogen“, ist Blümke zufrieden. Verdienter Lohn neben drei weiteren Punkten: ein Zu-Null für Torwart Dominik Bürger – im Floorball eine echte Rarität.

 

VfL Red Hocks Kaufering vs. PSV Black Wolves Dessau

Ein deutlich offeneres Spiel entwickelte sich dann tags darauf gegen Dessau. Beide Teams schlugen ein hohes Tempo an – zunächst jubelten aber erneut nur die Red Hocks. Bereits nach gut einer Minute traf Jeremias Probst aus der Halbdistanz, kurz darauf erhöhte Tobias Hutter nach einem Freischlag (4.). Nachdem Torwart Raphael Landherr die ein oder andere brenzlige Situation entschärft hatte, schlug endlich auch wieder das zuletzt mehrfach glücklose Powerplay zu: Calli Rieß netzte aus zentraler Position ein (20.). „Phasenweise konnten wir uns gut festsetzen und jene Räume finden, aus denen wir uns vorab gute Chancen ausgerechnet haben“, kommentiert Dominik Bürger, der an diesem Tag Ersatzmann war.

 

„Leider mussten wir dann zu oft auf die Strafbank“, blickt Coach Nordström aufs zweite Drittel. Die erste Unterzahl verteidigte sein Team noch stark weg, nach einem Durchbruch Ferdinand Reichenberger bekamen die Red Hocks sogar einen Penalty zugesprochen, den Benedikt Föhr verwandelte (29.). Nachdem Topscorer Justin Düben dann aber das nächste Powerplay für die Black Wolves nutzte (36.) und Florian Hannes rasch nachlegte, nachdem er von mehreren Kauferingern zu zögerlich unter Druck gesetzt wurde (37.), wackelten die Hausherren kurz. „An solchen Zuordnungsfehlern müssen wir arbeiten“, findet Bürger.

 

Das letzte Drittel habe sein Team dann allerdings clever über die Bühne gebracht, lobt Nordström. „Unser breit besetzter Kader hat uns dabei geholfen, in einem sehr schnellen und physischen Spiel dagegen zu halten“, fasst auch Bürger zusammen. „Wir haben Dessau kaum Raum gegeben, seine Angriffe kontrolliert aufzuziehen.“

 

Die nächsten beiden Treffer resultierten jeweils aus hohen Balleroberungen. Zunächst war es Miro Akerlund, der zum 5:2 erhöhte (45.). Schon kurz darauf schlugen die Black Wolves auf ganz ähnliche Weise durch Jonas Balzer zu (47.). Die Red Hocks zeigten sich fortan aber gefestigt. Mit einem Kracher in Überzahl machte Hutter alles klar (57.). „Unser starkes Powerplay war ein entscheidender Faktor“, lobt Bürger.

 

„Ich bin sehr glücklich darüber, wie wir uns nach der Niederlage in Halle zurückgemeldet haben“, bilanziert Nordström. „Das zeichnet unser Team aus – wir lernen unsere Lektionen und erledigen unsere Aufgaben.“ Viel Lernvermögen wird auch am kommenden Samstag gefragt sein. Dann gastieren die Red Hocks um 18 Uhr beim formstärksten Team der 2. FBL in Quedlinburg.

 

FBC München vs. PSV Black Wolves Dessau

 

Dieses Spiel des FBC München gäbe in der jetzigen Erkältunsgzeit die ideale Werbung ab. Stichwort: „Brustlöser“. Über zwei Drittel sei es eine ausgeglichenes Partie gewesen, fasst FBC-Coach Fredrik Ekvall zusammen. Maxim Zhusman (5.) und Moritz Franz (9.) legten zwar früh vor, richtig absetzen konnten sich die Münchener aber zunächst nicht. Dessau stöpselte den Ball durch Christian Hoffmann (17.) ins Netz, im zweiten Abschnitt kam dann gar kein Treffer mehr dazu. „Es war das erwartete Bild“, so Ekvall: „Wir hatten viel Ballbesitz und ganz ordentliche Chancen, Dessau war gut bei seinen Gegenstößen.“

 

Während sein Team im bisherigen Saisonverlauf oftmals losgelegt habe wie die Feuerwehr um dann immer mehr nachzulassen, sei es diesmal allerdings genau umgekehrt verlaufen. „Dass wir im Training und taktisch Kleinigkeiten verändert haben, hat sich voll ausgezahlt“, freut sich der FBC-Coach. Sein Team war das fortan deutlich bessere – und münzte das in Treffer um. Yannik Zölzer 41./PP, 49.), Justus Lerchl (45.), Franz (48., 54.), Asko Heinaro (50.) und Tomas Stein (46.) schraubten das Ergebnis unnachgiebig in die Höhe, ehe Dessaus Hoffmann den 9:2-Endstand herstellte.

 

FBC vs. Eisbären Juniors Berlin

 

„Es war ein Wochenende, aus dem wir viele positive Aspekte mitnehmen können“, bilanziert Ekvall. „Aber auch eines, aus dem wir lernen müssen.“

 

In der Nachbetrachtung sicher noch das ein oder andere Mal zur Sprache kommen dürfte die zweite Hälfte des ersten Drittels gegen Berlin. „Das waren vermutlich unsere schlechtesten zehn Minuten der ganzen Saison“, ärgert sich der FBC-Coach. Die schnelle 4:0-Führung durch Heinaro (2., 11.), Kai Finkenwirth (5.) und Sebastian Unterberger (10.) verleitete zum Leichtsinn; „wir glauben auf einmal, wir seien die Besten der Welt und spielen nur noch für die Galerie“. Dass Malte Weeber (12.), Jonas Clemens Klotz (15.), Nikolaas Grebe (16.) und nur acht Sekunden später wieder Klotz binnen kürzester Zeit ausglichen, sei die logische Quittung gewesen. Ekvall bat seine Truppe per Auszeit zum Rapport. Imo Ziemendorf (17.) brachte das Spiel mit dem 5:4 zurück in geordnetere Bahnen.

 

Mit dem weiteren Verlauf sei er dann komplett im Reinen, freut sich der Trainer darüber, sie sich sein Team wieder seiner Spielweise besann. „Wir haben alles umgesetzt, was wir besprochen haben“ – und das über die gesamten verbleibenden 40 Minuten. Mit 7:0 und 10:0 entschieden die Münchener das zweite und dritte Drittel beeindruckend für sich. „Das Spiel hat gezeigt: Agieren wir als Team und setzen unsere Vorgaben um, sind wir stark.“

 

Weiter geht es für den FBC am Samstag (17 Uhr) mit einem Gastspiel bei Kellerkind Döbeln, danach folgt eine dreichwöchige Länderspiel- und Pokalpause.

 

 

 

 

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