Kaufering – Die Red Hocks Kaufering feiern Weihnachten als Tabellenerster der 2. FBL Süd/Ost. Durch drei weitere Punkte, eingefahren am Samstag mit einem 8:1-Derbysieg zuhause gegen die Schanzer Ducks des ESV Ingolstadt, gelang der Sprung an die Spitze. Der FBC München hatte spielfrei.
„Wir hatten heute einen sehr guten Start“, freut sich Kauferings Trainer Henrik Nordström. „Das Tempo war von Beginn an hoch, wir hatten sofort unsere Chancen und das Spiel komplett unter Kontrolle.“ Trudelte Johannes Föhrs Abschluss aus dem Halbfeld noch etwas glücklich ins Gehäuse (2.), so gab es bei den darauffolgenden Einschlägen nichts zu halten. Nachdem Calli Rieß in die Mitte zog, setzte er einen strammen Schuss in den Winkel (4.). Danach war John Blümke zur Stelle: Zunächst verwertete er einen Querpass von Marco Tobisch (12.), kurz darauf spielte ihn Enge Nguyen auf fast der gleichen Position frei (15.). Als dann erneut Calli Rieß eine flotte Kombination aus kurzer Distanz direkt verwertete (17.), war bereits früh eine Vorentscheidung gefallen.
„Wir wollten das Spiel möglichst lange offen halten, aber auch selbst giftig agieren“, kommentiert ESV-Coach Johannes Schönmeier. „Im ersten Drittel muss man aber ehrlicherweise anerkennen, dass es ein Klassenunterschied war. Wir konnten mit Kauferings Tempo nicht wirklich mitgehen und leisteten uns viele Unaufmerksamkeiten.“ Immerhin: Sein stets engagiertes, in den Schlüsselmomenten bis dahin aber zu oft überrumpeltes Team blieb am Ball. Als die Pressingfalle doch einmal zuschnappte, verkürzte Michael Bachmann auf Vorlage von Luca Scharnagl (19.).
Für das zweite Drittel nahmen sich die Kauferinger vor, das Tempo noch ein bisschen mehr anzuziehen. Tatsächlich verflachte das Geschehen fortan allerdings zusehends. „Ab da haben wir deutlich mehr zu uns gefunden und konnten besser dagegenhalten“, ist Ingolstadts Trainer zufrieden. Weniger angetan zeigt sich freilich Nordström: „Da ist uns der Fuß zu sehr vom Gaspedal gerutscht und die Fehlerquote nahm zu.“ Am Ende eines zerfahrenen Durchgangs mit zwei ungenutzten Strafen auf beiden Seiten staubte Raphael Heinzelmann noch einen Abpraller zum 6:1 ab.

„Im Schlussabschnitt haben wir dann aber wieder die Kurve gekriegt“, lobt Nordström. Defensiv hatte sein Team die Partie im Griff, Ingolstadt haderte mit der Verwertung seiner spärlichen Chancen. Stattdessen trafen wieder die Red Hocks. Zunächst fand eine Direktabnahme aus zentraler Position von Jonas Knaus das Netz (47.), anschließend brach erneut Tobisch über links durch, um Torjäger Miro Akerlund zu bedienen (54.). Die Kauferinger hätten es im gut gefüllten Sportzentrum gern noch zweistellig gemacht; einem Powerplaytor Gregor Denks verweigerten die Schiedsrichter aber wegen hohen Stocks die Anerkennung (59.) und bei einem Durchbruch Ferdinand Reichenbergers fand der Ball wohl erst mit Ertönen der Schlusssirene den Weg über die Linie (60.).
„Der Derbysieg für Kaufering war mehr als verdient, auch mal unabhängig vom ersten Spielabschnitt“, erkennt Coach Schönmeier an. „Aktuell ist das nicht unsere Kragenweite in der Liga.“ Sein Team freue sich über ein Weihnachtsfest und Silvester als Tabellenführer, fasst Nordström zusammen. „Die Jungs haben sich das nach einer fantastischen ersten Saisonhälfte verdient.“
Ausblick
Weiter geht es für die Red Hocks am 10. Januar mit dem Pokalachtelfinale beim FBC München. In der Liga gilt es ab dem 17. Januar wieder die Tabellenführung zu verteidigen. Das neue Jahr beginnt dort mit einem Auswärtsspiel beim Vierten, den Saalebibern Halle. Seinem Team stehen derweil drei „absolute Endspiele um den Klassenerhalt“ bevor, blickt ESV-Coach Schönmeier voraus: auswärts in Berlin (18. Januar) sowie gleich doppelt daheim gegen Rennsteig und Döbeln (24./25. Januar). „Wir werden an unsere absolute Grenze gehen müssen, denn wir wollen gegen alle drei direkten Konkurrenten dreifach punkten!“

