Bayern – Das stets mit Spannung erwartete Kräftemessen zwischen Nordheim und Rohrdorf haben die Lumberjacks für sich entschieden. Eine klare Sache wurde das Match zwischen den Zweitvertretungen des FBC München sowie der Red Hocks Kaufering. Im Newcomer-Duell mit der SG Geiselbullach/Ingolstadt 2 setzten sich die Chiefs aus Weßling durch. Die Panther Regensburg stehen nach der Partie gegen die stabile SG Puchheim/Amendingen erneut mit guten Ansätzen, aber ohne Punkte da.
SV Nordheim vs. Lumberjacks Rohrdorf
Ein starkes zweites Drittel hat den Lumberjacks den Sieg beschert. „Da haben wir total gepennt“, räumt Nordheims Spielertrainer Peter Kechele ein, dessen teils spektakuläre Paraden im Tor einen noch höheren Rückstand als das 0:5, das zur zweiten Pause auf der Anzeigetafel stand, verhinderten.
Im Spiel zweier knapp besetzter Teams – der SVN war mit acht, Rohrdorf mit zehn Feldspielern angetreten – blieben die ganz großen Chancen anfangs Mangelware. „Da standen wir defensiv sehr gut, waren offensiv aber zu harmlos“, fasst Kechele zusammen. Auch sein Rohrdorfer Kollege Sandro Padula lobt seinen aufmerksamen Defensivverbund: „Der taktische Fokus lag darin, die Räume in der Mitte eng zu halten, die schussstarken Nordheimer schon ab der Mittellinie zu decken und möglichst wenig Schüsse zuzulassen.“ So war es Oli Beer (5.), der für die Lumberjacks das einzige Tor des Drittels erzielte.
Zu mehr erfolgreichen Abschlüssen kam es dann im Mitteldurchgang – allerdings eben nur auf einer Seite. „Rohrdorf war körperlich überlegen, wir hatten zu große Abstände zum Gegner und Leichtsinnigkeiten im Spielaufbau“, so Kechele. Kilian Tiefenthaler (24.), Michael Holzinger (26.), nochmals Tiefenthaler (33.) und abermals Holzinger (35.) schossen eine erste Vorentscheidung herbei. Erst eine Auszeit brachte Nordheim wieder auf Kurs, Kechele sah sein Team fortan druckvoller agieren.
Den Lumberjacks sei insbesondere in den letzten zehn Minuten die Puste ausgegangen, erklärt Padula. „Nordheim zeigte, wie erbarmungslos sie mit Fehlern umgehen, und kam kurz vor Schluss noch gefährlich nah heran.“ Nachdem Beer auf 0:6 gestellt hatte, starteten die Schwaben eine kleine Aufholjagd – für mehr fehlte am Ende aber die Zeit. Marek Sedelmeier (51.) und ein Hattrick von Lukas Rebele inklusive Treffer in allerletzter Sekunde (55., 60., 60.) markierten den 4:6-Endstand. „Dank einiger starker Saves unserer Barbara Brandmaier im Tor, konnten wir den Sieg mit nachhause nehmen“, kommentiert Padula.
Weßling Chiefs vs. SG Geiselbullach/Ingolstadt 2

Die Chiefs haben das Newcomer-Duell für sich entschieden und sich beim 4:1 vor allem defensiv die Punkte verdient. „Ein solider Arbeitssieg mit dünner Personaldecke“, findet Michael Scheffold, Sprecher der neunköpfig angetretenen Weßlinger.
Dabei lief der Start vor allem für die SG wunschgemäß. Nachdem Maximilian Riedl eine Weßlinger Unkonzetriertheit bereits nach 41 Sekunden für Geiselbullach/Ingolstadt nutzte, blieb seinem Team ein weiteres Erfolgserlebnis aber über die komplette restliche Spielzeit verwehrt. Laufbereitschaft und Kräfteeinteilung funktionierten, lobt Scheffold seine Chiefs.
Auch ihre Mannschaft habe vor dem eigenen Tor über weite Strecken stark verteidigt, findet SG-Teamsprecherin Sarah Scheffel; Goalie Daniel Weyh entschärfte zudem einen Penalty. Doch obwohl offensiv vieles immer besser funktioniere, wolle der Ball „noch einfach nicht ins Tor“. Zielsicherer waren da Stefan Marterer-Wittmer (5.), Tobias Ostermayer (9.) und erneut Marterer-Wittmer (16.) sowie im zweiten Drittel Quirin Ostermair (38.), die Weßling Tor um Tor dem Sieg näher brachten.
„Mit zunehmender Spieldauer übernahm man die Kontrolle über das Geschehen, erarbeitete sich Feldvorteile und schüttelte den frühen Dämpfer schrittweise ab“, kommentiert Weßlings Scheffold. „Ein stabiler Rückhalt war dabei die starke und ruhige Leistung des Torhüters, der weitere Chancen des Gegners konsequent verhinderte und dem Team die nötige Sicherheit verlieh.“ Thomas Schmidt wurde dementsprechend dann auch zum Best Player gekürt.
Trotz Niederlage für ihre SG: „Wir werden mit jedem Spiel sicherer und mit steigender Erfahrung werden uns sicher beim Rückspiel die offensiven Aktionen leichter fallen“, kündigt Scheffel an.
Panther Regensburg vs. SG Puchheim/Amendingen

Erik Schier rein – Gregor Göldner, Clemens Spitzenberg und Top-Scorer David Kraus raus. Den Panthern fehlten gleich mehrere Stammspieler, fasst ihr Sprecher Daniel Hollerauer zusammen. Vor allem defensiv habe der Schuh vorab etwas gedrückt. Neu-Torwart Thierry Badouin mit seiner Saisonpremiere, Debütant Robin Zöller und Comebacker Matthias Germscheid rückten ins Lineup.
Gegen die technisch beschlagene und laufstarke SG habe man zu einer eher defensiven Spielweise gegriffen und das zuletzt erprobte hohe Pressing in der Schublade deponiert, so Hollerauer. Geklappt habe das recht ordentlich.
Zum ersten Mal in dieser gingen die Regensburger in Führung (4.), ehe Lorenz Mayer ausglich (11.). Das war dann auch schon der Pausenstand. „Ein gutes Drittel für uns“, bilanziert der Panthersprecher. „Würde es den Wert der expected goals im Floorball geben, hätte dieser wohl klar für uns gesprochen.“
Daran anzuknüpfen vermochte man dann aber nicht mehr. Während sich die Regensburger die ein oder andere Unzulänglichkeit leisteten, werkelte die SG los wie die Feuerwehr: Bis zur Hälfte des Mitteldrittels legten Moritz Thomas (21.), Ferdinand Thomas (25.), Luis Naumann (25.) Kilian Scheer (28.) und Ferdinand Thomas (30.) immer weiter vor. Immerhin: Christoph Gehl (27.) und Raphael Späth (29.) hielten die Panther mit ihren Toren im Spiel. „Letzte Saison wären wir zu dem Zeitpunkt vermutlich komplett eingebrochen“, kommentiert Hollerauer. „Man muss uns aber diese Saison wirklich zu Gute halten, dass wir auch bei höheren Rückständen nicht aufgeben und uns immer zurückkämpfen können – allerdings mit dieser nervigen Routine, dass wir nach eigenen Toren uns direkt wieder Gegentore einfangen.“
Zwei starke Kombinationen zwischen Schier und Hollerauer (33.) sowie Hollerauer und Gehl (34.) brachten Regensburg sogar wieder bis auf ein Tor auf Tuchfühlung. Weil auch noch eine Strafe unbeschadet überstanden wurde, war alles bereit für ein spannendes letztes Drittel.
„Da folgte jedoch prompt die Antwort der SG“, so Hollerauer. Nach Ferdinand Thomas’ 5:7 (42.) besorgte Gehl zwar noch den erneuten Anschluss (46.), ein Sahneschuss von Linus Karg (50.) machte dann aber den Deckel zum 6:8 drauf.
„Trotz der zahlreichen Ausfälle hat der Rest des Teams aufopferungsvoll gekämpft und jeder hat alles auf dem Feld gelassen, insbesondere unsere Debütanten sind hervorzuheben“, schließt Hollerauer ab. „Am Schluss hat es einfach gegen einen starken Gegner knapp nicht gereicht.“
VfL Red Hocks Kaufering 2 vs. FBC München 2

Während in München der FBC gegen die Red Hocks spielte, spielten in Kaufering die Red Hocks gegen den FBC – zeitgleich zum Erstliga-Derby in Riem duellierten sich die Zweitvertretungen beider Vereine in der floorballshop.com Regionalliga Bayern. Allerdings geriet das Match am Lech schnell zu einer ziemlich deutlichen Angelegenheit: In den ersten fünf Minuten trafen die Gastgeber durch Stefan Bergmair (2.), Jonas Rubenwolf (3., 4.), Tom Zöllner (4.) und Laura Ballweg (5.) fünfmal. Vollgas ab Spielbeginn sei das Motto gewesen, erklärt RHK-Angreifer Lorenz Haslinger – insbesondere die körperliche Präsenz sei als Schlüssel ausgemacht worden.
In einiger Regelmäßigkeit trieben die Red Hocks den Spielstand bis zum Endergebnis von 16:2 (6:0 – 5:1 – 4:1) hoch; die Ehrentreffer des FBC erzielten Nicolas Zinßer (24.) und Jaron Mayer (42.). Nach dem erfolgreichen Start habe sein Team weiter starke Passkombinationen gezeigt, München früh unter Druck gesetzt und sein dominantes Auftreten fortgesetzt, lobt Haslinger. „Nach einem solch erfolgreichen Spiel gehen wir nun mit einigem Rückenwind in die nächsten Spiele.“
Ausblick
Weiter geht es am 8. November. In Olching treffen der FBC München 2 und die Lumberjacks Rohrdorf aufeinander. Die Gastgeber der SG Geiselbullach/Ingolstadt 2 wollen dann gegen den Tabellenzweiten Puchheim/Amendingen offensive Fortschritte erkennen lassen, so Teamsprecherin Scheffel. Im heimischen Postsportpark empfangen die Wikinger München den Spitzenreiter Kaufering. Zuvor duellieren sich die Panther Regensburg mit dem SV Nordheim.

Beitragsfoto: Börsch

