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Floorball Verband Bayern e.V.

Trainerinterview: Red Hocks „werden jedes Wochenende bereit sein“

Kaufering – Die Red Hocks sind zurück auf der Bühne der 1. FBL. Am Sonntag, 13. September, beginnt die Saison mit dem Heimspiel gegen eben jenen Gegner, der die Lechfloorballer 2025 in die Zweitklassigkeit geschickt hatte – den SC DHfK Leipzig. Seitdem hat sich bei beiden Teams viel getan. Im Saisonstart-Interview blickt Kauferings Cheftrainer Henrik Nordström auf die Saisonvorbereitung zurück. Er spricht über Veränderungen im Kader, die Rolle der wieder zahlreichen Perspektivspieler, über seine Ziele sowie über den Einfluss von weiten Auswärtsreisen, internationalen Spielern und neuen Regeln.

 

Servus Henrik, wie läuft die Saisonvorbereitung?

 

Nordström: „Hi, alles in allem läuft es ganz gut, aber sie war anspruchsvoll. Vor allem deshalb, weil wir Schwierigkeiten hatten, Testspielgegner zu finden. Aber ich bin zufrieden damit, dass wir in unseren Trainingseinheiten ein gutes Niveau und eine gute Qualität beibehalten.“

 

Welche Veränderungen gab es im Kader?

 

Nordström: „Wir haben uns von Toni Lahtinen, Martin Rieß und Enge Nguyen verabschiedet, die ihre eigenen Wege gegangen sind, und leider haben wir John Blümke während der U19-Meisterschaft durch eine Verletzung für die restliche Saison verloren. Aber wir haben ein paar neue Spieler wie Eetu Simola und Luca Scharnagl im Team willkommen geheißen, und weitere werden noch dazukommen. Auch im Trainerstab gibt es mit Markus Heinzelmann ein neues Gesicht.“

 

Wie werden die genannten Abgänge kompensiert?

 

Nordström: „Wir haben im letzten Jahr bewusst einen großen Kader aufgebaut, um für die Zukunft gerüstet zu sein, und obwohl wir einige Spieler verloren haben, verfügen wir immer noch über einen großen Kader mit Spielern aus unserem Nachwuchs und der zweiten Mannschaft, die darauf brennen, ihre Chance zu nutzen. Sie haben sich seit dem letzten Jahr deutlich verbessert.“

 

Hattest du dir noch mehr Schwung durch weitere neue Spieler erhofft?

 

Nordström: „Ich erwarte von jedem neuen Spieler, dass er etwas Neues und vor allem seinen eigenen Spielstil mitbringt. Bislang denke ich, dass alle unsere Neuzugänge das Team auf ihre eigene Weise verbessert haben, daher bin ich zufrieden.“

 

„Unsere Mannschaft ist gut genug für die 1. FBL“: Unter Führung von Headcoach Henrik Nordström sind die Red Hocks zurück im Oberhaus. (Foto: Finkenzeller)

 

Einige Konkurrenten in der 1. FBL gehen mit einer großen Anzahl von voraussichtlich wieder sechs, sieben oder mehr internationalen Spielern in die Saison. Was hältst du als internationaler Trainer davon?

 

Nordström: „Einerseits finde ich es cool, denn man kann viel lernen, wenn man gegen unterschiedliche Spielstile und Spieler mit unterschiedlicher Floorball-Ausbildung antritt. Andererseits hoffe ich aber im Interesse des deutschen Floorballs, dass kein Verein sich mit ausländischen Spielern überhäuft, sondern stattdessen die Zeit investiert, seine eigenen einheimischen U19-/U17-Spieler darauf vorzubereiten, den Sprung in die 1. FBL zu schaffen.“

 

Deine schwedischen Landsleute sind als Spieler in der 1. FBL traditionell sehr selten anzutreffen. Woran liegt das?

 

Nordström: „Ich möchte meine Landsleute nicht schlechtmachen, aber ich glaube ehrlich gesagt, dass sie floorballerisch ein bisschen arrogant sind und denken, dass das deutsche Floorball nicht gut genug für sie ist. Entweder geben sie sich damit zufrieden, in den unteren Ligen Schwedens zu spielen, oder sie wollen nur in der lukrativen Schweiz spielen. Angesichts der enormen Entwicklung, die die Nationen außerhalb Schwedens und Finnlands in letzter Zeit gemacht haben, denke ich jedoch, dass jeder schwedische Spieler seine Sichtweise auf andere europäische Ligen, einschließlich der deutschen, überdenken sollte.“

 

Der Spielplan sieht für die Red Hocks, die als südlichster Standort einmal mehr weiten Reisen entgegenblicken, mehrere Wochenenden mit mehreren Spielen vor. Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil?

 

Nordström: „Das hängt davon ab, wie gut man sich jede Woche vorbereitet. Wir alle kennen den Spielplan und können entsprechend planen. Es wird anstrengend sein, lange Strecken zu reisen und dann zwei Spiele binnen zwei Tagen zu bestreiten, aber andererseits ist dieser Spielplan logistisch und finanziell ein Gewinn. Außerdem bringt er mehr freie Wochenenden für die Spieler, was sicher sehr geschätzt wird.

 

Was hältst du von den neuen Regeln, die nach einer Reform zur neuen Saison gelten?

 

Nordström: „Ehrlich gesagt habe ich noch nicht alle neuen Regeln gelesen. Aber einige sind mir aufgefallen. Die Regel, dass sich alle – außer dem Cheftrainer – auf die Bank setzen beziehungsweise die restlichen Trainer dahinter stehen müssen, halte ich für etwas unglücklich. Ich verstehe zwar, was damit bezweckt wird, aber ich glaube, es hätte auch andere Wege gegeben, dies umzusetzen. Diese Regelung wird der Leidenschaft, der Energie und der Atmosphäre schaden, die Floorball so unterhaltsam machen – sowohl beim Spielen als auch beim Zuschauen.“

 

Benedikt Föhr, Dominik Thiel, Felix Schröppel (v. links) und die Red Hocks empfangen zum Saisonstart den SC DHfK Leipzig. (Foto: Finkenzeller)

 

Was ist dein Ziel für die neue Saison?

 

Nordström: „Erstens wollen wir unseren Verbleib in der 1. FBL sichern, zweitens die Playoffs erreichen und möglicherweise im Pokalwettbewerb um einen Platz im Final4 kämpfen. Langfristig ist es mein persönliches Ziel, die außerbayerische Dominanz in der Liga zu durchbrechen – es ist Zeit für einen Thronwechsel im deutschen Floorball.“

 

Wie gehst du diese Ziele an? Woran habt Ihr über den Sommer gearbeitet?

 

Nordström: „Indem wir flexibel bleiben, jedes Spiel einzeln angehen und aus jedem Spiel lernen. Wir haben viel an unserer Kondition gearbeitet, um über drei Spielabschnitte und gegebenenfalls auch die Verlängerung durchhalten zu können. Wir werden jedes Wochenende bereit sein.“

 

Worin siehst du die Stärken der Red Hocks und wo besteht noch Verbesserungsbedarf?

 

Nordström: „Unsere größte Stärke ist unsere Teamarbeit. Wir finden immer Wege zum Sieg, auch wenn wir während eines Spiels Phasen haben, in denen es nicht so gut läuft. Wenn es hart auf hart kommt, halten wir immer zusammen und geben niemals auf. Andererseits sind wir noch eine sehr junge Mannschaft und müssen an der Konstanz unserer Leistungen arbeiten. Wir können sehr hohe Höhen, aber auch sehr tiefe Tiefen erleben; das müssen wir ausgleichen, um auf diesem Niveau mithalten zu können.“

 

Wohin werden sich die Red Hocks mittel- und langfristig entwickeln?

 

Nordström: „Kurzfristig glaube ich, dass wir eine Mannschaft haben werden, die gut genug ist, um in der 1. FBL und im FD-Pokal mitzuspielen. Alle Beobachter haben mir gesagt, dass diese Mannschaft besser ist als die letzte, die Kaufering in der 1. FBL hatte. Auch langfristig sieht es vielversprechend aus, mit vielen jungen und talentierten Spielern, die kürzlich die deutsche U19-Meisterschaft gewonnen haben, und wir haben auch weitere vielversprechende Spieler, die aus der U15 und U17 nachrücken. Ich glaube, dass Kaufering noch lange in der 1. FBL bleiben wird, und hoffentlich können wir irgendwann Titel gewinnen.“

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